Ein Austausch ist mehr als nur Abenteuer – er verbindet Länder über Kontinente hinweg./An exchange is more than just an adventure – it connects countries across continents.
✨ Vom Radreisen zum Austausch/From Bicycle Travel to Cultural Exchange
Reisen kann verändern.
Es öffnet den Blick für Ungleichheiten, aber auch für Chancen, Begegnungen und Menschlichkeit.
Nach meiner Weltreise wusste ich: Ich wollte nicht einfach nur von meinen Erfahrungen erzählen – ich wollte etwas zurückgeben.
Travel can change you.
It opens your eyes to inequality, but also to opportunity, to human connection, and to compassion.
After my world trip, I knew I didn’t just want to talk about my experiences – I wanted to give something back.
Alles begann mit einem Vortrag des Vereins Suni e.V., der sich für den Austausch zwischen Namibia und Deutschland einsetzt.
Mich faszinierte besonders, dass es hier nicht um klassische Entwicklungszusammenarbeit ging – also nicht um „Hilfe von oben“, sondern um Partnerschaft auf Augenhöhe.
It all began with a presentation by Suni e.V., an organization promoting exchange between Namibia and Germany.
What fascinated me most was that this wasn’t about traditional development aid – not “help from above,” but rather partnership on equal footing.
Diese Philosophie überzeugte mich sofort.
Maury und ich wurden Mitglieder – und schon bald ergab sich die Gelegenheit, aktiv zu werden.
This philosophy convinced me right away.
Maury and I became members, and soon we had the opportunity to get involved ourselves.
🌊 Ein Projekt nimmt Fahrt auf/The Project Sets Sail
Wir erfuhren per E-Mail, dass für ein deutsch-namibisches Meeresschutzprojekt die deutschen Teilnehmer abgesprungen waren.
Ohne zu zögern boten wir uns an, das Projekt mit zu übernehmen, und bewarben uns für einen internationalen Workshop in Kigali, Ruanda.
We learned via email that a German–Namibian marine protection project had lost its German participations.
Without hesitation, we volunteered to step in and applied for an international workshop in Kigali, Rwanda.
In diesem fünftägigen Workshop trafen wir auf engagierte junge Menschen aus ganz Afrika und Europa.
Gemeinsam lernten wir, wie nachhaltige Projekte geplant, organisiert und umgesetzt werden können.
During the five-day workshop, we met motivated young people from all over Africa and Europe.
Together, we learned how to plan, organize, and implement sustainable projects.
Unsere Projektidee wurde angenommen!
Wir konnten sie in Kigali vorstellen und bekamen wertvolle Unterstützung, um sie weiterzuentwickeln.
Our project idea was accepted!
We presented it in Kigali and received valuable guidance to develop it further.
Eindrücke aus Ruanda/Impressions from Rwanda
Nach dem Workshop verlängerten Maury und ich unseren Aufenthalt auf eigene Kosten, um Ruanda zu bereisen.
Wir fuhren mit einem Mietwagen quer durchs Land – vom Kivu-See bis zum Akagera-Nationalpark.
After the workshop, Maury and I extended our stay to explore Rwanda.
We rented a car and drove across the country – from Lake Kivu to the Akagera National Park.
Ruanda hat nicht nur beeindruckende Natur, sondern auch eine schwere, bewegte Geschichte.
Die Wurzeln des Leids liegen im Rassenwahn der Kolonialzeit, in der willkürliche Grenzen und Machtstrukturen geschaffen wurden.
Die Spaltung in Hutu und Tutsi, Bevorzugung, Missgunst und Hass führten schließlich zum unvorstellbar grausamen Völkermord von 1994.
Innerhalb von nur 100 Tagen wurden zwischen 800 000 und 1 Million Menschen ermordet – meist Angehörige der Tutsi-Bevölkerung.
Ganz normale Nachbarn wurden zu Tätern, Familien ausgelöscht, Kinder, Frauen und Männer grausam mit Macheten getötet.
Rwanda is not only rich in nature but also carries a heavy, painful history.
Its roots lie in the racial ideologies of colonial times, when arbitrary divisions and power structures were created.
The separation of Hutu and Tutsi, favoritism, resentment, and hate eventually culminated in the unimaginable genocide of 1994.
Within only 100 days, between 800 000 and 1 million people were murdered — most of them Tutsi.
Ordinary neighbors became killers; families were destroyed; men, women, and children were brutally slaughtered.
Heute erinnern zahlreiche Gedenkstätten an die Verbrechen, darunter das Kigali Genocide Memorial – ein Ort des Lernens und Mahnens.
Dort erfährt man nicht nur über die Tragödie Ruandas, sondern auch über andere Genozide weltweit, deren Ursachen sich erschreckend ähneln.
Das Ziel: Wissen weitergeben, um jede künftige Wiederholung solcher Gräueltaten zu verhindern.
Today, many memorial sites honor the victims, including the Kigali Genocide Memorial — a place of education and remembrance.
There you learn not only about Rwanda’s tragedy but also about genocides worldwide whose patterns are hauntingly similar.
The goal is clear: to educate, so that such atrocities will never happen again.
Besonders beeindruckt hat mich, wie Ruanda gelernt hat, mit dieser Last umzugehen.
Community Gerichte, die auf Wiedergutmachung statt Rache setzten, beurteilten tausende Nebentäter.
Man spürt, dass sich das Land bemüht, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen – nicht zu vergessen, aber zu verzeihen.
What impressed me most was how Rwanda has learned to bear this burden.
Community courts, focused on reconciliation instead of revenge, tried thousands of minor perpetrators.
You can feel that the nation strives to break the cycle of violence — not to forget, but to forgive.
Trotz bestehender Herausforderungen hat Ruanda es geschafft, Frieden, Sicherheit und Sauberkeit auf einem beeindruckenden Niveau zu schaffen.
Überall spürt man Aufbruchsstimmung und den Willen, aus der Vergangenheit zu lernen.
Despite ongoing challenges, Rwanda has managed to build remarkable peace, safety, and cleanliness.
Everywhere you sense a spirit of renewal and a genuine determination to learn from the past.
💡 Team Works !– Der nächste Schritt/Team Works! – The Next Step
Während des Workshops hörte ich zum ersten Mal vom Programm Team Works, das von der Afrikanisch-Deutschen Jugendinitiative (AGYO) unterstützt wird.
During the workshop, I first heard about Team Works, a program supported by the African-German Youth Initiative (AGYO).
Es richtet sich an junge Fachkräfte zwischen 18 und 30 Jahren, die praktische Berufserfahrungen in einem afrikanischen oder deutschen Betrieb austauschen möchten.
Da ich selbst Handwerker bin und es nur wenige deutsche Bewerber aus diesem Bereich gab, standen meine Chancen gut.
It targets young professionals aged 18 to 30 who wish to gain hands-on experience in African or German workplaces.
As an electrician — and with few German applicants in this field — my chances were surprisingly good.
Obwohl ich schon 30 war, wagte ich die Bewerbung – wohl wissend, dass es nur klappen konnte, wenn alles sehr schnell ging.
Und tatsächlich, wenige Wochen nach unserer Rückkehr nach Deutschland kam die Nachricht:
Ich wurde angenommen! 🎉
Even though I was already 30, I applied anyway — knowing it would only work if everything moved quickly.
And indeed, just a few weeks after returning to Germany, the message arrived:
I had been accepted! 🎉
🩺 Uganda wartet/Uganda Awaits
Mein Einsatzort: das St. Kizito Hospital in Matany, Uganda.
Ein Krankenhaus in einem abgelegenen, sehr armen Teil des Landes – betrieben von einem katholischen Orden unter der Leitung eines deutschen Paters.
My placement: the St. Kizito Hospital in Matany, Uganda — a small hospital in a remote and very poor region, run by a Catholic order led by a German priest.
Das Krankenhaus kämpft mit Problemen in der Stromversorgung, und ich darf dabei helfen, nachhaltige technische Lösungen zu entwickeln und umzusetzen.
The hospital struggles with unstable electricity, and I’ll be helping to design and implement sustainable technical solutions.
Für mich ist das nicht einfach nur ein weiteres Abenteuer, sondern eine Möglichkeit, meine Fähigkeiten als Elektriker sinnvoll einzusetzen – kombiniert mit den Erfahrungen meiner Weltreise.
For me, this isn’t just another adventure.
It’s a chance to combine my skills as an electrician with the insights I gained from traveling the world and to put them to good use.
❤️ Warum das wichtig ist/Why It Matters
Reisen war für mich nie Selbstzweck.
Es war immer ein Weg, die Welt zu verstehen – und etwas zurückzugeben.
Mit dem Projekt in Uganda schließt sich für mich ein Kreis:
Vom Fahrradreisenden zum kulturellen Brückenbauer.
Travel was never an end in itself for me.
It was always a way to understand the world — and to give something back.
With the project in Uganda, the circle closes:
From world cyclist to cultural bridge-builder.
Ich bin dankbar für alles, was daraus entstanden ist – und hoffe, dass meine Geschichte andere ermutigt, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken.
I’m grateful for everything that has come from it — and I hope my story inspires others to look beyond their own horizons.
➡️ Fortsetzung folgt:
„Mein Einsatz in Uganda – Leben und Arbeiten im St. Kizito Hospital“ 🩺⚡
To be continued:
“My Assignment in Uganda – Life and Work at St. Kizito Hospital.”



































































