Blog 155 – Die ‚unplattbaren‘ Reifen und die Dornen / My „Flatless-Tires“ and the Thornbush

26.01.2017 – Indien

Eines Abends entschied ich mich in einem steppenartigen Gebiet zu zelten. Die Stelle erschien mir ideal. Viele Sträucher boten Sichtschutz und ich konnte weit abseits der Straße mein Zelt aufbauen. Allerdings entging mir, dass die Sträucher 2 Zentimeter lange Stacheln hatten.

One evening I decided to camp in a steppe-like area. The place looked ideal. There were many shrubs providing security and I was able to pitch up my tent far from the road. Unfortunately I hadn’t noticed that these bushes wore 2 cm thorns all over.

Als ich dann den mit Stacheln übersäten Boden sah, vertraute ich voll auf die Werbung des Reifenherstellers Schwalbe, denn ich hatte mir diese ‚unplattbaren‘ Reifen gekauft. So ging ich davon aus, dass die Reifen locker der Belastung standhalten würden. Zu Sicherheit beschloss ich aber, mein Fahrrad durch das Gebüsch zu schieben.

Looking at the ground which was littered with thorns, I still trusted tire producer Schwalbe’s promotion which said that these tires are „flatless“. Therefore I expected my tires to withstand the thorns easily. For good measure, I decided to push my bike through the bushes.This turned out to be a fatal error. The next morning I was forced to patch my tires nine times. Somehow I kept having glitches all day long.

Das war ein fataler Fehler. Am nächsten Morgen musste ich 9 Mal meine Reifen flicken. Durch irgendeinen Grund hatte ich den ganzen Tag immer wieder Pannen.

2017-02-16,Filbo Indien,DSCN4053

Einmal reparierte ich einen Platten in einem Dorf . Ich stellte mein Fahrrad auf den Kopf, um es besser reparieren zu können. Wie in Indien üblich, war ich sofort von Kindern umringt. Eines der Kinder kam auf die glorreiche Idee meine Hydraulikbremse zu betätigen, während das Fahrrad noch verkehrt herum stand. So kam Luft ins System. Ich begann zu fluchen. Normalerweise muss man in solchen Fällen die Bremsflüssigkeit austauschen. Doch zum Glück griffen, nachdem ich einige Male die Bremshebel betätigte, die Bremsen wieder. Ich konnte also erst einmal weiter fahren.

Once I fixed a flat tire in a village. I turned my bike upside down in order to be able to repair it easier. Like everywhere in India, there were lots of kids surrounding me. One of the kids came up with the glorious idea to operate my hydraulic brake while the bike was still upside down. So, air got into the system. I started cursing. Normally, you have to change the brake fluid in cases like that. Fortunately, though, my brakes started gripping again after I had activated the levers a few times. So I was able to travel on.

Nach einer weiteren Reifenpanne hatte ich es satt. Ich beschloss mit meinem kaputtenen Fahrrad bis zur nächsten Stadt zu trampen. Nachdem ein Autofahrer mich erst gratis mitnehmen wollte, verlangte er dann doch Geld. Als ich ihm das Geld gegeben hatte, forderte er immer mehr Geld für die weitere Mitnahme. Ich weigerte mich noch mehr zu bezahlen und er setzte mich mit meinem defekten Fahrrad auf die Straße. Meine Laune war nun unter den Gefrierpunkt gesunken. Es dämmerte schon und ich hing in einem kleinen Dorf fest. Umringt war ich, wie so oft von rund 40 Leuten, die einfach nur guckten.

I got fed up after yet another breakdown. I decided to hitchhike to the nearest town with my defective bike. A car driver offered to give me a lift for nothing, but then he did want some money. After I had given him the money he wanted more and more. I refused and he kicked me out on the road with my bike. I was really mad at him. It was getting dark and I was stuck in a tiny little village. As usual, about forty people surrounded me, just standing there and watching.

Doch einer von den Umstehenden führte mich zum Glück zu einer Art Abstellkammer, einem großen Holzverschlag, der sich als Reifenreparatur-Werkstatt entpuppte. Hier half man mir weiter. Der Reifen wurde nochmals geflickt und das Ventil erneuert.

Fortunately, one of them led me towards a kind of storage room, a big wooden shed which turned out to be a tire repair shop. They did help me there. They fixed the tire in several places and the valve was replaced, too.

2017-01-21, Filbo Indien,DSCN3853

Anschließend fuhr ich noch ein Stück und durfte schließlich unter dem Vordach eines großen landwirtschaftlichen Betriebs übernachten. Die Angestellten teilten ihr von zu Hause mitgebrachtes Lunchpaket, brüderlich mit mir. Meine Laune war jetzt wieder besser.

Afterwards I went on for a while and the I was allowed to spend the night under the canopy of a big farm.The workers shared their lunch with me which they had brought with them from home. I was in a better mood by then.

Nachtrag: Da mein ziemlich abgefahrener Hinterreifen, vermutlich der Grund für meine zahlreichen Pannen war, tauschte ich ihn gegen meinen Reserve Faltreifen. Später kaufte ich in Kalkutta noch einen Reserveschlauch.

Addendum: My back wheel was rather worn-out, so I changed it with my folding tire I had kept in reserve. It had presumably been the reason for all my glitches. Later I bought an extra inner tube in Kolkata.

Ein Gedanke zu „Blog 155 – Die ‚unplattbaren‘ Reifen und die Dornen / My „Flatless-Tires“ and the Thornbush

  1. Pingback: Eine lange Reise in Zahlen / A long journey in numbers | Filbos Cycle Travel

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s