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Über filboscycletravel

Ich bin momentan auf einer Solo-Fahrradtour rund um die Welt. Im April 2016 bin ich in Deutschland mit dem Ziel Australien gestartet. Nach 24.000 km, sowie unzählbaren als auch unglaublichen Abenteuern, bin ich in Australien angekommen. Doch meine Reise ist hier nicht zu Ende. Ich habe mir vorgenommen mit meinem Fahrrad weiter nach Neuseeland und von Süd- nach Nordamerika zu fahren. Folgt mir in Deutsch und Englisch. Die welt ist großartig und voll von Abenteuern! Ich hoffe euch gefällt mein Blog ;-) Filbo I`m on a solo arround the world bicycle tour. I started April 2016 in Germany with the destination Australia. After 24,000 km and countless of amazing experince I reached Australia. Now I desided to extend my jorney and to continue my bicycle adventure to New Zealand and south and north America. Follow my journey in German and English. The world is great and full of adventure! I hope you like my Blog! :) Filbo

Blog 118 – Unterwegs auf der Tschalus Straße / On My Way to Tshalus Road

15.10.2016 – Iran

Seit gestern, Freitag nach dem Aschura Fest (Freitag ist hier wie bei uns Sonntag, also Wochenende) sind David und ich auf der Tschalus Straße unterwegs.Viele Teheraner haben das verlängerte Wochenende genutzt um Urlaub am kaspischen Meer zu machen.

David and I have been on our way since yesterday, the Ashura Feast, on the Tshalus road. Fridays here are like our Sundays, so it’s weekend. Many Tehrans made good use of the long weekend for a holiday at the Caspian Sea.

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Jetzt war gefühlt halb Iran auf dem Heimweg. Die Autokolonnen schlängelten sich auf zwei Spuren den Berg hoch und mittendrin fuhren mein neuer Reisebegleiter und ich, in einer Wolke von Abgasen. Obwohl Ferienende ist und der wahnsinnig starke Verkehr dazu führte, dass es nur quälend langsam weiterging, ließen sich die Iraner ihre gute Laune nicht vermiesen. Etliche Fahrzeuginsassen nutzten das langsame Tempo um uns aus dem Auto raus zu fotografieren oder uns Essen zu reichen.

It looked like half of the Iranians were on their way home. Two lines of cars wound their way up the mountain, my new travel mate and I riding in the middle of them, wrapped up in a cloud of exhaust. It was the end of their holidays and the traffic was murderous, but the Iranians didn’t lose their good mood. Several of them took advantage of the slow speed, taking photographs of us out of their cars or offering us some food.

David und ich waren, trotz des großen Gewichtsunterschieds unserer Räder, ungefähr gleich schnell. Am Abend erreichten wir in der Dämmerung ein kleines Dorf, das eigentlich nur aus einem Restaurant, zwei Geschäften und einem Hotel bestand.

David and I rode at about the same pace, although our bikes were different in weight. In the early evening we reached a small village, consisting only of a restaurant, two shops and a hotel. We intended to camp there, so we asked for a suitable place. The ground was far too steep for a tent all around the houses, so we were allowed to camp under the umbrella of the restaurant. It was an ideal place: sheltered, a little off the road and thus much more quiet, offering a perfect view of the mountains.

Wir wollten hier zelten und fragten nach einer geeigneten Stelle. Da es rings um die Häuser viel zu steil war um ein Zelt aufzustellen, bekamen wir das Angebot unter dem Dach des Restaurants zu zelten. Diese Stelle war ideal: Überdacht, etwas abseits der Straße (und somit etwas ruhiger) mit einer Superaussicht auf die Berge.

David, der ohne Zelt unterwegs ist, konnte hier seine Hängematte aufspannen. Als Dank für die Übernachtung frühstückten wir am Morgen im Restaurant. Bei nun deutlich weniger Verkehr fuhren wir gemeinsam auf die Passhöhe.

David who didn’t have a tent, was allowed to string up his hammock there. In return for their hospitality, we had breakfast at the restaurant the next morning. By then there was much less traffic and we rode uphill towards the top of the pass together. David was on his way to Tehran, so we parted at a junction and I followed the way to Karaj, as I intended to meet my travel mate Hamed again.

Da David direkt nach Teheran fahren wollte, trennten wir uns an einem Abzweig und ich nahm den Weg Richtung Karaj, um meinen Radreisefreund Hamed wieder zu treffen.

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Blog 117 – Vom kaspischen Meer zur Tschalus Straße / From the Caspian Sea to Tschalus Street

14.10.2016 – Iran

Am Vormittag verabschiedete ich mich von meinem Gastgeber. Seinem Freund aus Teheran versprach ich, ihn dort mal besuchen zu kommen.

That morning, I said goodbye to my host. I promised his Tehran friend to visit him some time later.

My way took me along the Caspian Sea. The landscape there is very green and it reminded me of Florida, there was no sign of a desert at all. Later that day, I was invited by a family from Mashhad to visit them in their holiday home.

Weiter ging es am Kaspischen Meer entlang. Die Landschaft ist hier sehr grün und erinnert etwas an Florida, keine Spur von Wüste. Am Abend wurde ich in ein Ferienhaus einer Familie aus Maschad eingeladen.

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Am nächsten Tag verabschiedete ich mich und wurde bald darauf von einem anderen Reiseradfahrer überholt. Er stellte sich als David vor und kommt auch aus Deutschland. David ist auch die ganze Strecke bis hierhin geradelt und hat ultra wenig Gepäck dabei.

The following day I said goodbye and soon another cyclist overtook me. He told me his name was David and he was from Germany, too. David had gone all the way on his bike, too and he had very little luggage with him.

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Zusammen begaben wir uns an die Tschalus Straße. Die Tschalus Straße ist eine von deutschen Ingenieuren gebaute Passstraße die Teheran und das Kaspische Meer verbindet. Sie wurde von den Nazis gebaut damit deutsche Truppen, die von Süden den Iran überquerten zum kaspischen Meer gelangen konnten. Von dort aus konnten sie per Schiff die Russen angreifen. Diese Straße ist außerordentlich steil. Sie beginnt am kaspischen Meer auf ca.- 30 Hm und führt auf die Passhöhe auf über 2700 Hm.

We went towards the Tschalus Street together. It is a mountain pass built by German engineers and it links Tehran and the Caspian Sea. It was the Nazis who built it in order to get the German troops crossing Iran from the South right to the Caspian Sea. From that point they were able to attack the Russians by ship. This pass is extremely steep. It starts at the Caspian Sea at a height of about 30 meters and ends at 2.700 meters.

Blog 116 – Eine besondere Einladung / A Special Invitation

13.10.2016 – Iran

Die Iraner lieben ausländische Touristen und sind zurecht stolz darauf eines der freundlichsten Völker der Welt, für ausländische Reisende zu sein. In vielen Ländern werden Touristen eher als Geldquelle gesehen, hier ist das Wort Tourist ein Wort das mit einer Respektperson gleichzusetzen ist. Ausländer werden auch neugierig befragt, da leider viele Iraner keine allzu großen Möglichkeiten haben ins Ausland zu gehen. Ich bin somit etwas wie – das Fenster zur weiten Welt- für die Leute. Das ist auch der Grund dafür, dass die jetzige Regierung den Umgang mit Ausländern wie mir nicht gerne sieht und den Tourismus nicht besonders schätzt.

Iranians love foreign tourists and they take pride in being one of the friendliest nations in the world as far as foreign travelers are concerned. In many countries, tourists are seen as a source of making money, but in this country, the tourist is a very respected person. Most Iranians are not really able to go abroad, so they like asking foreigners lots of questions. For them I represent the window to the wide world. That is why the Iranian government doesn’t like any relations with foreigners and also doesn’t appreciate tourism as such.

Mit viel geschenkten Essen vom Aschura-Fest ausgerüstet, wollte ich von Rasht aus in die nächste große Stadt fahren, um einen Campingplatz zu finden.

Having collected masses of food at the Ashura Feast, I was on my way to the nearest large town after Rasht in order to find a camping site.

Als ich mich dort nach der offiziellen Campingstelle der Stadt erkundigte, hielt ein Wagen neben mir an. Es wurde mir angeboten, dass man mich zu dieser Stelle fahren könnte. Ich willigte ein. Mein Fahrrad und ich wurden auf die Ladefläche eines Pickup verladen. Nach einigen Kilometern quer durch die Stadt hielten wir und ich wurde gefragt ob noch alles o.k. wäre.

There, I was just going to enquire about the official camping site of the town, when a car stopped next to me. They offered to take me to the place. I agreed. My bike and I were settled on the loading area of a pickup. Some kilometers later across the city, they stopped and asked me if everything was still okay.

Dann sagte mir einer der beiden Insassen. „We change our opinion. W’ll take you to our villa and give you a room for free.“ „Wirklich?!“ „ Ok ,da bin ich aber mal gespannt!“ Ich wurde dann zu einem riesigen 20.000 qm großen Grundstück gebracht. Auf diesem Areal stand das Haus, indem ich wie versprochen ein Zimmer bekam und sogar ein Bier. Dann wurde ich von dem Hausbesitzer und seinem Teheraner Freund zum Essen gerufen. Die Haushälterin servierte uns bis spät in die Nacht super leckeres Essen.

Then, one of the passengers in the car told me in English, „We have changed our mind. We’ll take you to our villa and give you a room for free.“ „Really?“ Okay. I was curious. We went to a huge property of about 20,000 square meters. The house was located there, I got a room as promised and even a beer. Then my host and his friend who was from Tehran, called me for dinner. Their housekeeper served us gorgeous food till late that night.

The next morning they showed me their huge garden which had direct access to the beach and then I went for a swim in the Caspian See.

Am nächsten Morgen bekam ich den riesigen Garten gezeigt und ging zu dem direkt an den Garten angrenzenden Strand, im kaspischen Meer schwimmen.

The Caspian Sea isn’t really a sea as such because there is no access to the open sea, so it is actually the world’s largest lake. The water is only slightly salty and its surface is 28 meters below sea level.

Das kaspische Meer ist eigentlich kein Meer, da es keinen Zugang zum Meer hat und somit der weltweit größte See ist. Das Wasser schmeckt nur leicht salzig und die Oberfläche liegt 28 Meter unter dem Meeresspiegel.

 

Blog 115 – Das Aschura-Fest / The The Feast of Ashura

13.10.2016 – Iran

Von Rasht aus ging es weiter am kaspischen Meer entlang. Heute ist das Aschura Fest im Iran. Das ist der Höhepunkt eines ca. 1 Monat dauerndes Festes, das dem Gedenken der Ermordung des Imam Husain dient, der vor ca. 1300 Jahren mit seinen Gefolgsleuten umgebracht wurde.

Having started in Rasht I traveled towards the Caspian Sea. This was the day of the Iranian Ashura Feast. It lasts for about a month and this day is the highlight. It is a feast celebrated in memory of Imam Husain who was murdered about 1,300 years ago together with his entire entourage. He was the third follower of Mohammed who was acknowledged by the Shiites. After Prophet Mohammed’s death there was a controversy over succession which led to the first segregation in the Islam into Shiites and Sunnites. Turkey, for example, is rather Sunni-dominated and Iran rather Shiitic. This was the Imam Husain Memorial Day all over Iran. I even witnessed people crying for him collectively.

Er war dritte, der von den Schiiten anerkannten Nachfolger von Mohammed. Nach dem Tod des Propheten Mohammeds gab es ein Nachfolgestreit, der zur ersten Spaltung des Islams in Schiiten und Sunniten führte. Zum Beispiel ist die Türkei eher sunnitisch geprägt und der Iran schiitisch. Heute wird im ganzen Iran an den Tod des Imam Husain gedacht. Es wird sogar kollektiv um ihn geweint, das habe ich aber nicht miterleben dürfen.

Everywhere in the country you get lunch and tea for free, symbolizing the last meal of Imam Husain, consisting of rice, some chicken and gravy.

Im ganzen Land wird umsonst Mittagessen und Tee ausgegeben. Dies soll die letzte Mahlzeit des Imam Husain symbolisieren, die wie damals aus Reis, etwas Hühnchen und Soße besteht.

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Ich bekam bestimmt 10 Mal eine dieser Mahlzeiten von Autofahrern aus dem Fenster gereicht. Soviel kann ich beim besten Willen nicht essen. Die meisten Leute akzeptierten die Begründung: „Ich habe schon gegessen“, wenn ich dankend ablehnte. Aber 4 Mal hatte ich das Gefühl, dass es komisch aufgefasst wird, wenn ich ablehne. Das ist wohl die persische Sitte, in der das Ablehnen von Essen, als Beleidigung aufgenommen werden kann. Also nahm ich das angebotene Essen, dann doch an.

I must have been given this meal for at least ten times that day, offered by car drivers through the open car windows. I can’t possibly eat that much, so I declined with thanks. Most people accepted my apology of having already eaten. But at least four times I felt they didn’t like my refusal at all. I suppose that it is Persian custom to feel insulted when someone rejects a gift. So I decided to accept the food after all.

Blog 114 – Lifestyle in Rasht

12.10.2016 – Iran

Am Abend erreichte ich Rasht die größte iranische Stadt am Kaspischen Meer.

I reached Rasht in the evening. It is the largest Iranian town at the Caspian Sea.

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Da ich eine Übernachtungsmöglichkeit bei einem Warm Showers Freund fand, blieb ich 2 Tage lang dort.

 There I found accommodation at a Warm Showers friend, so I stayed there for two days. We did a la great deal, among other things, I was introduced to an alternative group of people. They meet every week in order to embellish the town with works of art or just have fun together. We played a game of dodge ball. I’d never expected to find an alternative group of people where men and women meet. Generally, people are more relaxed in Rasht. You can see couples holding hands, and women wear their headscarves which they hate in such a way that they cover less than half their heads. Women even have even shaken hands with me which is not at all customary in Iran.

Wir unternahmen viel, unter anderem wurde ich mit zu einer alternativen Gruppe genommen. Sie treffen sich wöchentlich um die Stadt mit Kunstobjekten zu verschönern oder einfach nur Spaß zu haben. Wir spielten zusammen Völkerball. Ich hätte nicht gedacht, dass es im Iran möglich ist, eine alternative Gruppe zu finden in der sich Männer und Frauen gleichermaßen treffen. Generell geht es in Rasht etwas lockerer zu. Man sieht Paare Hände haltend und dass bei Frauen oft verhasste Kopftuch wird oft so getragen, dass es weniger als die Hälfte der Kopf verdeckt. Mir gaben auch öfters Frauen die Hand, was eigentlich im Iran unüblich ist.

Blog 113 – Konfrontation mit Deutschlands Vergangenheit / Confronted with Germany’s Past

11.10.2016 – Iran

Heute morgen begab ich mich auf die lange Abfahrt vom Pass. Es wurde wärmer, feucht und sehr grün. Das hätte ich vom Iran nicht erwartet, aber der Iran besteht nicht nur aus Wüste.

This morning, I started my long descent from the pass. It got warmer, more humid and very green. I hadn’t expected this in Iran, but the Iran isn’t just desert.

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Mittags machte ich Rast an einem Laden um etwas zu essen.

At noon I went to a shop for some food. A man who spoke a little English, approached me and after having heard that I am a German, he said, „Hitler very good“. I asked him why, and he answered, „Because he killed the Jews.“ There is a certain adoration of Hitler not only in Iran. It wasn’t the first time I had been confronted with this and greeted with „Heil Hitler“. I had already experienced things like that in Croatia and Turkey. In Armenia they say „Hi Hitler“ which is meant as a joke.

Da kam ein Mann der leidlich Englisch sprach auf mich zu. Nachdem er erfahren hatte, dass ich aus Deutschland komme, meinte er nur „Hitler very good“. Als ich ihn fragte warum, antwortete er: „Weil er die Juden umgebracht hat.“ Nicht nur im Iran gibt es teilweise eine Art Hitlerkult. Es war nicht das erste Mal, dass ich damit konfrontiert und mit „Heil Hitler“ begrüßt wurde. Ähnliche Erfahrungen habe ich in Kroatien und der Türkei gemacht. Auch in Armenien ist „Hi Hitler“ eine Begrüßungsfloskel, die aber eher zum Spaß gemeint ist.

Blog 112 – Vom Gebirge zum kaspischen Meer / From the Mountains to the Caspian Sea

10.10.2016 -Iran

Nach einem guten Frühstück im Baucontainer fuhr ich los. Doch nach kurzer Zeit endete der Asphalt und ich hatte wieder Schwierigkeiten bei den enormen Steigungen, vorwärts zu kommen. Ein Pickup-Fahrer sah meine Misere und bot an, mich mitzunehmen. Dankbar lud ich das Fahrrad auf die Ladefläche und wollte eigentlich nur bis zur nächsten Passhöhe mitfahren. Da der Fahrer mir aber sympathisch war beschloss ich mich noch weiter, bis ins 80 km entfernte Khalkhal, mitnehmen zu lassen.

After a good breakfast in the construction cabin, I startet. Only a little later, the tar ended and I was in trouble because of the enormous inclines. I could hardly get on. A driver of a pickup fortunately saw me and offered to give me a ride. I was so grateful, put my bike on the loading platform and intended to go only as far as the nearest top of the pass. But he was such a nice guy that I went with him to Khalkhal, 80 kilometers further ahead.

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Dort angekommen wurde ich von ihm ins Restaurant zum Mittagessen eingeladen. Anschließend verabschiedete ich mich von diesem supernetten Menschen und fuhr mit meinem Fahrrad noch ein ordentliches Stück berghoch. Auf über 2000 m erreichte ich die Passhöhe und damit die Wetterscheide. Schlagartig änderte sich das Klima von sehr trocken auf sehr feucht. Die Landschaft wurde grün.

There he invited me for lunch in a restaurant. After having said goodbye to this very nice man, I still rode quite a long way up the mountain. I reached the pass at a height of 2,000 meters which is also the weather divide. The climate changed immediately from very dry to very humid. The landscape changed to green.

Am Abend wollte ich in der Nähe eines Dorfes zelten, als ich in das einfache Haus eines Mannes eingeladen wurde. Da der Generator nicht lief, hatten wir als einzige Beleuchtung eine Gaslampe. Es wurde auf dem Teppichboden gegessen und auch geschlafen. Da es auch keine Heizung gab, war es auch nicht gerade warm.

That night I was going to camp near a village when a man invited me into his plain house. The generator didn’t work, so we only had a gas lamp for illumination. We ate and slept on the carpeted floor. There was no heating, so it wasn’t really warm. We didn’t share a common language, so I used my drawing book to ask him how many children he had and which animals he owned.

Wir unterhielten uns ohne gemeinsame Sprache, mit meinem Zeichenbuch. Mit Hilfe der Zeichnungen konnte ich ihn fragen wie viele Kinder er hat und was für Tiere er besitzt.

Blog 111 – Unterwegs im iranischen Hinterland / Iran – The Iranian Outback

09.10.2016 -Iran

Von Tabriz aus fuhr ich mit dem Ziel ‚Kaspisches Meer‘ weiter. Da ich eine Abzweigung in Bostan Abad verpasste, beschloss ich über kleinere Straßen zu fahren, um über Khalkhal bis nach Rasht zu kommen. 2 Nächte verbrachte ich mit Wildzelten. Die Gegend war sehr ländlich und trocken. Handynetz hatte ich fast nie. Auch mit dem Trinkwasser musste ich haushalten.

After leaving Tabriz, I headed for the Caspian Sea. I missed a turnoff at Bostan Abad, so I decided to ride on the smaller roads from Khalkhal to Rasht. I spent two nights of wild camping. It was very dry and quite rural in this area. Almost never did I have any cell phone coverage. I also had to save my drinking water.

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An einem Abend zeltete ich notdürftig abseits der Straße, versteckt an einer von Dornenbüschen überwucherte Stelle. Die Dornen stachen durch meine Plane und meinen Zeltboden, so dass meine Luftmatratze Schaden nehmen konnte. Deswegen legte ich die Plane mit der ich mein Fahrrad sonst abdecke, zusätzlich darunter.

One evening, I had put up my tent rather poorly away from the road, hidden by thornbushes. The thorns stuck through my tarpaulin and my tent floor, so I feared for the safety of my air matress. So I put the tarpaulin underneath which normally covers my bike.

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Mein Lager war nun errichtet und ich war gerade fertig mit Kochen, als ich von einem Nachtwächter einer nahen Baustelle, per Hund und Suchscheinwerfer gefunden wurde. Er meinte wegen der Gefahr von Schlangen und Skorpionen könne ich nicht bleiben.

By then, my camp was established and I had just finished my cooking, when a night guard from a construction site nearby, detected me with the help of his dog and his searchlight. He told me I couldn’t stay there because there were snakes and scorpions. Instead, he offered me a place next to a construction cabin and helped me to move there. The next morning, the engineer of the building site arrived and I had some breakfast with him.

Stattdessen bot er mir einen ebenen Platz in der Nähe eines Baucontainers an und half mir beim Umzug dorthin. Ich konnte mein Abendessen im Baucontainer fortsetzen. Als am nächsten Morgen der Ingenieur der Baustelle kam, aß ich mit ihm zusammen noch ein kleines Frühstück.

Blog 110 – Marand und Tabriz / Iran – Marand and Tabriz

06.10.2016 -Iran

Ich fuhr Richtung Tabriz und erreichte gegen Abend die Stadt Marand. Hier begab ich mich wieder auf die Suche nach einer SIM Karte. Von einem netten englischsprachigen Mann und seinem Freund wurde mir gleich geholfen. Sie unterstützen mich beim Erwerb der SIM Karte.

I rode on towards Tabriz and late in the afternoon I reached the town of Marand. Again I tried to get a SIM card. A very nice man who spoke English and his friend helped me to get one. Buying a SIM card in Iran is a lengthy process. Apart from your signature, they also need your finger prints. After having got it with the help of my new friends, they organized accommodation in a building in the city park for me. I decided to stay there for two days. In the morning my friend brought me some breakfast and in the afternoon he showed me the city.

Das SIM Karten Kaufen ist im Iran ein ziemlich langwieriger Prozess. Es wird sogar neben der Unterschrift ein Fingerabdruck benötigt. Nachdem ich die SIM Karte mit Hilfe meiner neuen Freunde endlich hatte, organisierten sie für mich eine Übernachtungsmöglichkeit in einem Gebäude im Stadtpark. Ich beschloss zwei Tage hier zu bleiben. Morgens brachte mir mein Freund sogar Frühstück und nachmittags zeigte er mir die Stadt.

Nach dem ich die Stadt Marand verlassen hatte fuhr ich nach Tabriz. Dort wollte mir eigentlich eine private Unterkunft über das Internet organisieren, was aber misslang. Deswegen suchte ich mir ein Hotel und blieb dort zwei Nächte. Das Hotel war einfach, aber die Besitzer vom Hotel waren super nett und bemüht. Ich besuchte den berühmten Basar der Stadt, danach erholte ich mich ein wenig in meinem Zimmer.

After leaving Marand, I continued my journey towards Tabriz. I had intended to get a private lodging for the night via Internet, but I wasn’t lucky. So, I booked into a hotel and stayed there for two nights. The hotel was a plain one, but the owners were so kind and eager. I visited the famous bazaar in town, afterwards I relaxed and rested for a while in my room. Believe it or not, although I travel on my own, I’m always surrounded by people, there is no isolation whatsoever! That is why I really enjoyed being on my own in my hotel room for some time.

Man soll es nicht glauben aber obwohl ich alleine reise, bin ich dauernd von Menschen umgeben, von Einsamkeit keine Spur! Deswegen genieße ich die Zurückgezogenheit im Hotelzimmer.

 

 

 

 

Blog 109 – Meine erste Stadt im Iran: Jolfa / Iran – My First Town in Iran: Jolfa

03.10.2016 – Iran

In Jolfa der Grenzstadt zur Enklave von Aserbaidschan begab ich mich auf die Suche nach einem Stadtpark in dem man zelten darf. Zuvor habe ich gehört, dass es im Iran so einen Park in jeder größeren Stadt gibt.

Jolfa is the border city to the enclave of Azerbaijan. I went looking for a city park where I wanted to camp. I had heard before that there is a park like that in every larger Iranian city.

On my way to this park, I wanted to obtain an Iranian SIM card and went into a shop to ask for one. I was led to a man who spoke English. Unfortunately, he wasn’t able to help me as all the phone businesses were closed by then. Instead, he gave me a lot of good advice for my trip and then offered me to stay overnight in his guest- and laborers‘ house. He was the owner of a larger company and had traveled a great deal himself. I agreed and had an apartment all to myself for the night!

Auf dem Weg zu diesem besagten Park , wollte ich noch eine iranische SIM Karte erwerben und fragte in einem Geschäft nach. Daraufhin wurde ich zu einem Mann geführt, der Englisch sprach. Er konnte mir jedoch leider nicht weiterhelfen, da mittlerweile alle Handygeschäfte geschlossen hatten. Stattdessen gab er mir jede Menge Reisetipps und bot mir schließlich an in seinem Gäste-und Arbeiterhaus zu übernachten. Er war der Besitzer einer größeren Firma und selber schon weit gereist. Ich willigte ein und hatte für diese Nacht eine Wohnung für mich ganz alleine!

Am nächsten Morgen unternahm ich erneut einen Versuch eine SIM Karte zu erwerben. Das erwies sich aber als schwierig, denn der Verkäufer in dem Shop wusste gar nicht ob er mir als Ausländer überhaupt eine SIM Karte verkaufen durfte. Na ja zur Not würde ich erst mal auch ohne Internet zurechtkommen. Ich beschloss es später noch in einem anderen Shop erneut zu probieren.

The next morning, I tried to get a SIM card again. This proved to be rather difficult as the shop assistant didn’t know if he was allowed to sell one to a foreigner. Okay, I would be able to get on without the Internet for a while. I decided to try again in a different shop later.