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Über filboscycletravel

Ich bin momentan auf einer Solo-Fahrradtour rund um die Welt. Im April 2016 bin ich in Deutschland mit dem Ziel Australien gestartet. Nach 24.000 km, sowie unzählbaren als auch unglaublichen Abenteuern, bin ich in Australien angekommen. Doch meine Reise ist hier nicht zu Ende. Ich habe mir vorgenommen mit meinem Fahrrad weiter nach Neuseeland und von Süd- nach Nordamerika zu fahren. Folgt mir in Deutsch und Englisch. Die welt ist großartig und voll von Abenteuern! Ich hoffe euch gefällt mein Blog ;-) Filbo I`m on a solo arround the world bicycle tour. I started April 2016 in Germany with the destination Australia. After 24,000 km and countless of amazing experince I reached Australia. Now I desided to extend my jorney and to continue my bicycle adventure to New Zealand and south and north America. Follow my journey in German and English. The world is great and full of adventure! I hope you like my Blog! :) Filbo

Blog 155 – Die ‚unplattbaren‘ Reifen und die Dornen / My „Flatless-Tires“ and the Thornbush

26.01.2017 – Indien

Eines Abends entschied ich mich in einem steppenartigen Gebiet zu zelten. Die Stelle erschien mir ideal. Viele Sträucher boten Sichtschutz und ich konnte weit abseits der Straße mein Zelt aufbauen. Allerdings entging mir, dass die Sträucher 2 Zentimeter lange Stacheln hatten.

One evening I decided to camp in a steppe-like area. The place looked ideal. There were many shrubs providing security and I was able to pitch up my tent far from the road. Unfortunately I hadn’t noticed that these bushes wore 2 cm thorns all over.

Als ich dann den mit Stacheln übersäten Boden sah, vertraute ich voll auf die Werbung des Reifenherstellers Schwalbe, denn ich hatte mir diese ‚unplattbaren‘ Reifen gekauft. So ging ich davon aus, dass die Reifen locker der Belastung standhalten würden. Zu Sicherheit beschloss ich aber, mein Fahrrad durch das Gebüsch zu schieben.

Looking at the ground which was littered with thorns, I still trusted tire producer Schwalbe’s promotion which said that these tires are „flatless“. Therefore I expected my tires to withstand the thorns easily. For good measure, I decided to push my bike through the bushes.This turned out to be a fatal error. The next morning I was forced to patch my tires nine times. Somehow I kept having glitches all day long.

Das war ein fataler Fehler. Am nächsten Morgen musste ich 9 Mal meine Reifen flicken. Durch irgendeinen Grund hatte ich den ganzen Tag immer wieder Pannen.

2017-02-16,Filbo Indien,DSCN4053

Einmal reparierte ich einen Platten in einem Dorf . Ich stellte mein Fahrrad auf den Kopf, um es besser reparieren zu können. Wie in Indien üblich, war ich sofort von Kindern umringt. Eines der Kinder kam auf die glorreiche Idee meine Hydraulikbremse zu betätigen, während das Fahrrad noch verkehrt herum stand. So kam Luft ins System. Ich begann zu fluchen. Normalerweise muss man in solchen Fällen die Bremsflüssigkeit austauschen. Doch zum Glück griffen, nachdem ich einige Male die Bremshebel betätigte, die Bremsen wieder. Ich konnte also erst einmal weiter fahren.

Once I fixed a flat tire in a village. I turned my bike upside down in order to be able to repair it easier. Like everywhere in India, there were lots of kids surrounding me. One of the kids came up with the glorious idea to operate my hydraulic brake while the bike was still upside down. So, air got into the system. I started cursing. Normally, you have to change the brake fluid in cases like that. Fortunately, though, my brakes started gripping again after I had activated the levers a few times. So I was able to travel on.

Nach einer weiteren Reifenpanne hatte ich es satt. Ich beschloss mit meinem kaputtenen Fahrrad bis zur nächsten Stadt zu trampen. Nachdem ein Autofahrer mich erst gratis mitnehmen wollte, verlangte er dann doch Geld. Als ich ihm das Geld gegeben hatte, forderte er immer mehr Geld für die weitere Mitnahme. Ich weigerte mich noch mehr zu bezahlen und er setzte mich mit meinem defekten Fahrrad auf die Straße. Meine Laune war nun unter den Gefrierpunkt gesunken. Es dämmerte schon und ich hing in einem kleinen Dorf fest. Umringt war ich, wie so oft von rund 40 Leuten, die einfach nur guckten.

I got fed up after yet another breakdown. I decided to hitchhike to the nearest town with my defective bike. A car driver offered to give me a lift for nothing, but then he did want some money. After I had given him the money he wanted more and more. I refused and he kicked me out on the road with my bike. I was really mad at him. It was getting dark and I was stuck in a tiny little village. As usual, about forty people surrounded me, just standing there and watching.

Doch einer von den Umstehenden führte mich zum Glück zu einer Art Abstellkammer, einem großen Holzverschlag, der sich als Reifenreparatur-Werkstatt entpuppte. Hier half man mir weiter. Der Reifen wurde nochmals geflickt und das Ventil erneuert.

Fortunately, one of them led me towards a kind of storage room, a big wooden shed which turned out to be a tire repair shop. They did help me there. They fixed the tire in several places and the valve was replaced, too.

2017-01-21, Filbo Indien,DSCN3853

Anschließend fuhr ich noch ein Stück und durfte schließlich unter dem Vordach eines großen landwirtschaftlichen Betriebs übernachten. Die Angestellten teilten ihr von zu Hause mitgebrachtes Lunchpaket, brüderlich mit mir. Meine Laune war jetzt wieder besser.

Afterwards I went on for a while and the I was allowed to spend the night under the canopy of a big farm.The workers shared their lunch with me which they had brought with them from home. I was in a better mood by then.

Nachtrag: Da mein ziemlich abgefahrener Hinterreifen, vermutlich der Grund für meine zahlreichen Pannen war, tauschte ich ihn gegen meinen Reserve Faltreifen. Später kaufte ich in Kalkutta noch einen Reserveschlauch.

Addendum: My back wheel was rather worn-out, so I changed it with my folding tire I had kept in reserve. It had presumably been the reason for all my glitches. Later I bought an extra inner tube in Kolkata.

Blog 154 – Dorfleben im Dschungelreservat / Village Life in the Jungle Reservation

25.01.2017 – Indien

Meine Tour führte mich durch ein Dschungelgebiet mit einem Schutzgebiet für Tiger.

I came to a jungle reserve which contains a protected area for tigers. At the edge of the reserve there is a tiny little village.

Am Rand des Reservats gibt es ein winziges Dorf. Es verfügt über eine Schule und einen Kiosk.

At the edge of the reserve there is a tiny little village. It has a school and a kiosk.I stopped at the kiosk to buy some biscuits. Among a lot of children – as usual – the teacher of the village joined me. He spoke English and I was able to learn a few things about life in this village.

Ich stoppte am Kiosk um mir ein paar Kekse zu kaufen. Da kam neben den üblichen zahlreichen Kindern, auch der Lehrer des Dorfes auf mich zu. Er sprach Englisch und so erfuhr erfuhr einiges über das Dorfleben.

Es gibt in dem Ort zwar Strom, aber kein Telefon oder Internetleitung, geschweige denn Handyempfang. Wenn etwas passieren sollte, muss man erst 30 Kilometer mit dem Auto fahren, um Hilfe zu rufen. Merkwürdigerweise besaß der Lehrer aber trotzdem ein Smartphone, dass er aber eher als Kamera und Terminkalender benutzte.

There is electricity, but no telephone nor internet, leave alone any cell phone reception. In case of emergency you have to drive some 30 km by car in order to get help. Funnily enough, the teacher did have a smartphone but he only used it as a camera and an appointment book.

2017-01-24, Filbo Indien,Reg. Tokapa,DSCN3897

Blog 153 – Die Bettler am Chilianbaugebiet / The Beggars at the Area of Chili Cultivation

20.01.2017 – Indien

Von den Ruinen von Hampi aus, fuhr ich weiter durch ein Chili-Anbaugebiet, in dem gerade Erntezeit war. Das per Hand ernten und das Trocknen und Sortieren der kleinen Schoten muss neben der Anstrengung, auch eine sehr scharfe Angelegenheit sein. Denn man kann die Schärfe des Chilis schon beim bloßen Vorbeifahren riechen.

From the ruins of Hampi I went on through a chili cultivation area where they were just harvesting. They picked the chili peppers by hand and it must be a very „hot“ job to pick, dry and assort the little pods. You can even smell the „heat“ of the peppers when you pass by.

2017-01-20, Filbo Indien,Reg. Hospet, DSCN3841

Nachdem ich einige sehr freundliche und nette Bauern getroffen habe, die regelrecht darum bettelten, das ich sie fotografiere, hielt mich eine andere Gruppe an.

After having met some very nice and friendly farmers, who begged me to take photos of them, another group stopped me.

Sie umstellten mein Fahrrad und fragten nach Geld. Als Legitimation für ihre Bettelei, zeigten sie mir die schlecht verheilte Wunde am Fuß eines Mannes. Nur mit Druck konnte ich diesen aufdringlichen Gelegenheitsbettlern entkommen.

They surrounded my bike and asked for money. As their legitimation for the begging they showed me a bad injury on one man’s foot. They were very pushy and it wasn’t easy to get away from them. I had to use some kind of pressure to escape them.

Blog 152 – Begegnung mit einem heiligen Mann / Encounter with a Holy Man

18.01.2017 – Indien

Bei der Weiterfahrt ab Goa, entschloss ich mich dagegen noch weiter nach Süden zu fahren und machte mich direkt auf den Weg in das über 2100 km entfernte Kalkutta. Von dort aus möchte ich nach Bangladesch weiterreisen. Diese riesengroße Strecke nahm ich mir vor, recht schnell zu befahren. Also machte ich mich auf den Weg.

Leaving Goa, I decided not to move further to the south, but to take the way straight to Kolkata which was 2.100 km away. I want to go to Bangladesh from there. I decided to travel this huge distance as fast as possible. So I set off to my trip.

In Indien habe ich mir mittlerweile angewöhnt öfter Stopps an Straßenrestaurants bzw. an kleinen Läden zu machen. Straßenrestaurants, das sind häufig mobile Handwagen oder einfachste Hütten am Straßenrand, in denen auf offenem Feuer gekocht wird. In den kleinen Läden werden oft nur ein paar Kekse verkauft.

In India, I got used to frequent stops at little wayside restaurants or small shops. These are mostly mobile trolleys or simple huts at the roadside where they cook on an open fire and the shops sometimes they don’t sell more than a few biscuits.

An einem Restaurant wollte ich etwas trinken, als ich einen heiligen Mann im orangen Gewand dort sitzen sah. Dessen Begleiter deutete mir an, ihm Respekt zu geben. Das ist in Indien die Geste der ‚Namaste‘ . Hierbei werden die Handflächen zusammen gelegt und sich leicht verbeugt. Ich deutete also diese Geste an und der heilige Mann gestikulierte, dass ich ihm eine Pepsi kaufen sollte. Ich merkte gleich, dass es wohl besser ist, seinem Wunsch zu entsprechen. Nachdem er seine Cola getrunken hatte, war er sichtbar dankbar und ich machte ein Foto mit ihm. Danach bot er mir sogar an, mit ihm ‚dem heiligen Mann‘ zusammen, Marihuana zu rauchen.

At one restaurant I wanted to buy something to drink when I spotted a Holy Man in an orange dress sitting there. His companion made me understand that I should pay respect to him. The Indian gesture for that is „Namaste“. You place your palms together and then you bow to him. I indicated this gesture and the Holy Man gestured to me that I should buy him a Pepsi. I thought that it would be better to comply with his desire. After having had his Coke he was very grateful and I took a photo with him and myself. Afterwards he offered me to smoke some Marijuana with him, the „Holy Man“.

Weiter ging es an einer Ziegelei vorbei, bei der in mühsamer Handarbeit, teilweise sogar mit Kinderarbeit, aus Lehm Ziegelsteine geformt werden. Diese werden zunächst sonnengetrocknet, anschließend dann aufgetürmt und durch Kohlefeuer gebrannt. Dabei entsteht viel ungesunder Qualm.

My journey took me past a brick factory where they make bricks out of clay by hand – which is a most laborious task and done by children as well. The bricks are first dried in the sun, then piled up and last baked in coal fires. That causes a lot of unhealthy smoke.

2017-01-18, Filbo Indien,Reg. Bharat Colony,DSCN3777

Ich kam an der historischen Stätte Hampi vorbei und besichtigte die alten Tempel- und Palastanlage. Die Ruinen sind echt beeindruckend.

I traveled past Hampi and visited the old temple and the palace complex. I was very impressed by the ruins.

Ich hielt mich hier aber nicht lange auf und setzte meine Reise fort.

But I didn’t stay there too long and went on with my trip.

 

Blog 151 – Kulturschock-Hippie-Indien / Culture Shock – Hippie-India

16.01.2017 – Indien

In Goa angekommen erhielt ich wieder eine Art Kulturschock, diesmal in die andere Richtung. So viele Touristenhotels, Supermärkte und nicht zuletzt teure Hotels und Bars, das kenne ich gar nicht mehr.

Another culture shock on my arrival in Goa, but this time in a different direction. I wasn’t prepared for so many tourist hotels, supermarkets and not at least so many expensive hotels and bars – I wasn’t used to that any more.

Da es hier keine Steuern auf Alkohol gibt, sind in Goa viele Touristen. Es gibt einen regelrechten Partytourismus. Außerdem ist Marihuana recht leicht und günstig zu erhalten. Manche Touristen bleiben hier auch hängen, das sieht man an einigen verlebten Gestalten, die es hier auch gibt.

There is no tax on alcohol, so there are lots of tourists in Goa. You can call it a veritable party tourism. Apart from that you get marijuana easily and cheaply. Some of the tourists stay here forever, you can frequently see worn-out people hanging around.

I stayed in Goa for three nights and enjoyed the expensive western life very much, indeed. My hotel Lasz Lama had a familiar atmosphere and I met a lot of new friends there.

Ich bleibe 3 Nächte hier und genieße das teure und westliche Leben. In meinem Hostel Lasz Lama herrscht eine familiäre Stimmung und ich lerne viele neue Freunde kennen.

Blog 150 – Auf der schönen ‚TOD‘ Strecke nach Goa / Beautiful „TOD“ Way to Goa

12.01.2017 – Indien

Der Weg nach Goa stellte sich als wirklich traumhaft heraus.

I really adored the way to Goa, it was a dream come true.There are numerous inclines, but there is hardly any traffic on the road along the coast and it leads you through the jungle and along wonderful secluded beaches.

Es gibt zwar dauernd Steigungen, dafür ist die Küstenstraße aber kaum befahren und führt durch Dschungel und einsamen traumhaften Stränden vorbei.

Unterbrochen wird die Straße von zahlreichen Flussmündungen, die man aber mit günstigen Fähren überwinden kann.

The road is frequently interrupted by numerous estuaries but there are cheap ferries that take you across the rivers.

Die Wegfindung ist denkbar einfach, denn ich stellte fest, dass die Markierung ‚TOD‘ zu einem vorangegangenem Radrennen gehörte und auf dem kürzesten Weg direkt nach Goa führt.

It is quite simple to find the right way as I found out that the marking „TOD“ had been part of a preceding cycle race and that the road was actually the shortest possible way to Goa.

2017-01-11, Filbo Indien,Reg. Achra,DSCN3742

Die Markierungen mit – Tod links noch 45 km – steht somit nicht für das baldige Lebensende sondern letztendlich für das Ende der Tagesetappe.

The markings – Tod on the left side showing another 45 km – didn’t point to your end of life, but they labeled the end of a day’s stage.

For the first time in my life I saw free-running monkeys in the jungle.Meanwhile I had taken to camping wild.

Im Dschungel sah ich zum ersten mal freilaufende Affen. Mittlerweile zelte ich auch wild.

Einmal wurde ich von einem Bauern eingeladen. Er zeigte mir seinen riesigen Garten und auch seine 4 Kühe. Er versuchte mir sogar das Handmelken beizubringen, bei dem ich aber gnadenlos scheiterte und nicht einen Tropfen Milch aus dem Euter bekam.

Once a farmer invited me. He showed me his huge garden and his four cows. He even tried to teach me how to milk them by hand, which I didn’t manage at all – it was a grandiose failure – and I never even got one drop of milk out of the udder.

Die Kühe sind hier heilig, auch bei diesem Bauer. Die Kühe geben nur Milch wenn sie auch Kälbchen haben. Und es wird nur ein Teil der Milch genommen, damit das Kälbchen auch noch etwas zu trinken hat. Da es auch keine Hochleistungskühe sind, konnte der Bauer an dem Tag, an dem ich da war, nur rund 2 Liter gewinnen.

Cows are sacred there, as with this farmer, too. Cows only give milk if they have a calf. People only take some of the milk away so the calf still has enough to drink. As they are no high-yielding dairy cows, the farmer was able to only get about two liters of milk for himself on the day when I was around.

 

Blog 149 – Von der Metropole Mumbai- zum indischen Landleben / From the Major City Mumbai to the Indian Rural Life

06.01.2017 – Indien

Siggi blieb noch einige Tage in Mumbai, denn er musste noch auf ein Paket mit einem dringend benötigten Ersatzteil warten. Also fuhr ich alleine weiter.

Siggi had to stay for a few days longer as he was waiting for a parcel containing a part which he needed desperately. So I went on by myself.

Ich machte zunächst einen Schlenker entlang der Küste des indischen Ozeans nach Süden in Richtung Goa. Danach werde ich mit meinem Fahrrad versuchen, die noch über 2000 km in nordöstlicher Richtung liegende Stadt Kalkutta, zu erreichen.

First I did a little detour along the coast of the Indian Ocean going southward towards Goa. After that I was going to try reaching Kolkata on my bike, about 2.000 kilometers away in a north-western direction.

Um dem Großstadtdschungel von Mumbai möglichst schnell zu entfliehen, entschloss ich mich zum Gateway of Mumbai zu fahren. Dort soll es eine Fährverbindung geben, die direkt in das dünnbesiedelte Gori führt und mir so einen großen Umweg erspart. Ob ich aber auch mit dem Fahrrad auf die Fähre kommen würde, wusste ich noch nicht.

In order to get out of the city jungle of Mumbai as fast as possible, I decided to travel to the Gateway of Mumbai. I had been told that there was a ferry connection which leads directly into the sparcely populated Gori, thus sparing me a large detour. I didn’t know yet whether I would be able to get on the ferry with my bike, though.

First, however, I had to ride right across the city, through the chaotic traffic there. Once there was so little room in between that my side mirror got hooked on an open bus door. It was torn off and broken to bits and pieces. Fortunately, nothing happened to me.

Zuerst jedoch musste ich quer durch die Stadt durch den chaotischen Verkehr. In dem dichten Gedränge wurde es einmal so extrem eng, dass sich mein Rückspiegel mit einer offenen Bustüre verhakte. Der Spiegel riss ab und war zerbrochen. Mir ist aber zum Glück nichts passiert.

An der Ablegestelle der Fähre angekommen stellte ich fest, dass sie sich mitten im Sicherheitsbereich der Touristenattraktion ‚Gateway of India‘ befand. Dieser Sicherheitsbereich ist aus Angst vor Anschlägen eingerichtet worden und kann nur zu Fuß, nach dem Durchchecken des Gepäcks und Durchschreiten von Metalldektoren, durchquert werden.

At the ferry station I found out, that it is in the middle of the security area of the tourist attraction „Gateway of India“. This area has been established due to fear of attacks and it can only be crossed on foot after the luggage has been checked and after having walked past some metal detectors.

Some years ago, a terrible terrorist attack happened at a luxury hotel, where terrorists shot people at random.

Vor einigen Jahren ereignete sich in einem nahen Luxushotel ein schrecklicher Terroranschlag, bei dem Terroristen das Hotel stürmten und wahllos Leute erschossen.

As I wanted to enter the security area with my bike jam-packed, I first had to convince the police to let me go inside. After some back and forth, me explaining my situation and them checking my bicycle bags, finally, they let me pass through.

Da ich mit meinem vollgepackten Fahrrad in den Sicherheitsbereich wollte, musste ich erst einmal die Polizei überzeugen mich dort hinein zu lassen. Nach einigem Hin und Her, dem Erklären meiner Situation und der Kontrolle meiner Fahrradtaschen, ließ man mich schließlich passieren.

At the ferry and with the help of some seamen, I heaved my bike onto the boat and then negotiated the conditions for its transport fee. The ship cast off, passing oil platforms and rather big ships, then we arrived in a totally different world as compared with Mumbai.

Bei der Fähre angelangt, hievte ich mit Hilfe der Matrosen mein Fahrrad auf das Schiff und handelte danach den Preis für die Radmitnahme aus. Wir legten ab, fuhren an Ölplattformen und ziemlich großen Schiffen vorbei und legten schließlich in einer völlig anderen Welt, als der Großstadt Mumbai, an.

Hier ist praktisch alles grün und es wirkt wie das ultimative Kurzurlaubsziel der wachsenden indischen Mittelschicht.

It was all green and seems to be the ultimate destination for short holidays for the growing middle class Indian population.

Da ich die Kriminalitätsrate in Indien noch nicht einschätzen konnte, traute ich mich noch nicht wild zu campen. Die Hotels waren recht teuer. Ein Hotelbesitzer machte mir aber einen f’airen Preis von rund 13,- € für eine Nacht. Ich wurde so nett aufgenommen, dass ich mich fast wie ein Familienmitglied fühlte.Wir holten zusammen seinen Sohn ab und ich wurde noch zu einem außergewöhnlichen Abendessen eingeladen. Es bestand aus gemischtem Gemüse und Hähnchen, das in einem Tontopf gegart und schließlich auf Bananenblättern serviert wurde.

I hadn’t been able yet to estimate the level of crime in India, so I didn’t dare to camp wild. Hotels were quite expensive. One of the hotel owners made me a reasonable price of about 13 Euros a night. I was taken up so nicely that I almost felt like a member of the family. We went to pick up his son together and I was invited to a very unusual supper. It consisted of mixed veggies and a chicken which had been cooked in an earthenware pot and was served on banana leaves.

Blog 148 – Mein Job im Bollywood-Blockbuster / My Job with Bollywood-Blockbuster

05.01.2017 – Indien

Am nächsten Tag wollten Siggi und ich in ein günstigeres Hostel wechseln. Aber bis Nachmittags saßen wir noch in der Lobby. Währenddessen kam ein Mann herein und stellte sich als Scout einer Modellagentur vor.

The following day, Siggi and I intended to move to a cheaper hostel. But in the afternoon, we were still sitting in the lobby. In the meantime, a man came in who introduced himself as a scout of a model agency.

He was looking for white people as extras for the scenery of a Bollywood movie. The movie set was to take place the following morning and we would be able to meet the famous film star Sher Khan. They paid 7.50 Euros per day which was ridiculous for 14 hours‘ work. But of course, we couldn’t possibly miss out on an experience like that, so Siggi and I agreed.

Er suchte weiße Leute als Statisten für die Kulisse eines Bollywoodfilms. Der Filmset wäre morgen und wir hätten die Möglichkeit Sher Khan, einen bekannten Filmstar zu treffen. Der Tageslohn ist mit ungerechnet 7,50 € ein Witz, für einen angekündigten 14 Stundentag. Aber so eine Erfahrung konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so sagten Siggi und ich: „Ja“.

A bus picked us up in the morning. A lot of people joined us. The movie location was the Playboy Club of Mumbai. It is a very expensive disco. Allegedly, admission comes to about 140 Euros. First we had something to eat at the catering and then we were sent to the garment hand-out. Everyone of us got a different kind of outfit, I didn’t really understand the system.

Am nächsten Morgen wurden wir per Bus abgeholt. Mit uns fuhren auch noch zahlreiche andere Leute mit. Wir wurden zum Filmort gebracht, die sich im Playboy Club von Mumbai befand. Dies ist eine sehr teure Discothek. Angeblich beträgt dort allein der Eintritt normalerweise rund 140,- €.

Zuerst aßen wir beim Catering etwas und wurden dann weiter zu der Kleiderausgabe geschickt. Dort erhielt, nach einem mir schleierhaften System, jeder von uns ein anderes Outfit.

2017-01-04, Filbo Indien,Bollywood,DSCN3573

Erst hatte ich ein Outfit als Clubbesucher, danach wurde ich wieder zur Umkleide geschickt und wurde Barkeeper. Mein Job war es hinter der Theke zu stehen und so zu tun, als ob ich Drinks mixen würde. Währenddessen spielten vor mir die Hauptdarsteller. Alle für die Kulisse dienenden Getränke bestanden nur aus gefärbtem Wasser. Nur die geschlossenen Bierflaschen waren echt. Während der sehr langweiligen Wartezeiten zwischen den Szenen wurde natürlich das Bier heimlich getrunken.

First I had to be a visitor to the club, after that I had to change into a barkeeper. It was my job to stand behind the bar and pretend to mix the drinks. Meanwhile, the main actors were performing in front of me. All the drinks serving for the setting consisted of colored water only. There were closed bottles of real beer, though. Of course, they drank the beer secretly during the long, boring waiting periods.

Fotos von dem Hauptdarsteller Sher Khan zu machen war strengstens verboten. Einige Leute versuchten es heimlich. Die Security war aber sehr wachsam und die Fotos mussten direkt wieder gelöscht werden.

It was strictly forbidden to take photos of the main actor Sher Khan. Some people tried, nevertheless. Security was very alert though, and the photos had to be deleted immediately.

Interessant fand ich den Dreh schon, denn es war eine völlig neue Erfahrung für mich zu sehen wie aufwendig und aus mehreren Perspektiven, die einzelnen Szenen aufgenommen werden.

I found the filming rather interesting, as this was a completely new experience for me to see how elaborately they had to record the individual scenes from different angles.

I won’t do it again, though. These 14 hours were quite boring and strenuous. Anyway, we were treated harshly, being lowranking extras. I don’t think I’ll be an actor after all!

Ein zweites Mal werde ich so etwas nicht mehr machen. Es waren einfach sehr langweilige und anstrengende 14 Stunden. Dazu kam die oft raue Umgangsart mit uns ‚rangniedrigen‘ Statisten. Also Schauspieler werde ich sicherlich nicht ;-).

Blog 147 – Eingewöhnungstage in Indien – Mumbai / Mumbai – Getting Used to India

04.01.2017 – Indien

Nach meinem Rausschmiss aus dem Flughafengebäude fand ich in meiner Offline Navigations App ein eingezeichnetes Hostel und fuhr los.

After having been thrown out of the airport, I found a very good hostel in my Offline Navigations App. And I started off.

After a while I noticed that – except for me – everybody was driving on the left side. So I had been riding on the wrong side. In India, there is left-hand traffic and I was riding on the right side out of habit. In this undisciplined traffic chaos that swallowed me immediately, it doesn’t really make a big difference which side you take.

Nach dem ersten Stück bemerkte ich, dass alle außer mir auf der linken Seite fuhren. Somit war ich auf der falschen Seite unterwegs. Ja in Indien herrscht Linksverkehr und ich bin aus Gewohnheit auf der rechten Seite gefahren. Bei dem undisziplinierten Verkehrschaos, von dem ich gleich verschluckt wurde, machte es aber auch keinen großen Unterschied auf welcher Seite man fährt.

Mumbai mit seinem Müll, Gestank, Armut und Chaos schockten mich, obwohl ich wusste was auf mich zu kommt.

I was shocked of Mumbai, its garbage, stench, poverty and chaos, although I had known before what to expect.

It was only 10 in the morning when I arrived at the hostel, so I wasn’t able to occupy my room yet. I soon met other travelers. One of them joined me for something to eat and afterwards, we viewed the city.

Im Hostel angekommen, konnte ich zunächst noch nicht mein Zimmer belegen, da es erst 10 Uhr morgens war. Schnell lernte ich andere Reisende kennen. Mit einem von ihnen ging ich etwas essen und anschließend besichtigten wir die Stadt.

2017-01-06, Filbo Indien,Mumbai Gate, DSCN3606

Wir fuhren mit der Bahn zum Gateway of Mumbai. In der Bahn herrschte dichtes Gedränge und die Überbevölkerung wurde hier gut sichtbar. Beim Verlassen der Bahn wurden wir von aussteigenden Passagieren aufgefordert mit die anderen wegzudrängen, da man sonst nicht rechtzeitig aus dem Zug kommt und die Bahnstation verpasst. Die Bahnen haben keine Türen und die Menschenmassen fangen manchmal zu früh an nach draußen zu drängen, so dass die Leute die an den Türen stehen, Gefahr laufen aus dem fahrenden Zug zu fallen.

We went to the Gateway of Mumbai by train. It was overcrowded, which is obviously due to the overpopulation. On leaving the train, other passengers who also wanted to get out, requested we push the others aside as otherwise you don’t manage to get out on time and you might miss the right station. The trains have no doors, so it might happen that masses of people try to squeeze out too early and people near the doorways are in danger to be pushed out of the still moving train.

To my surprise, back at the hostel, I found another bike parking next to mine. In the lobby I found Siggi, the biker whom I had met in Dubai. We had separated there as he had applied for his visa in India and it had taken extremely long. So we arrived in Mumbai about the same time and by chance, we picked out the same hostel.

Zurück im Hostel stellte ich zu meiner Überraschung fest, dass ein anderes Fahrrad neben meinem parkte. In der Lobby entdeckte ich dann Siggi, den Radfahrer mit dem ich in Dubai unterwegs gewesen war. Unsere Wege hatten sich dort getrennt, weil Siggi in Dubai sein Indien Visum beantragt hatte. Da er auf sein Visum extrem lange warten musste, sind wir fast zeitgleich in Mumbai angekommen und per Zufall haben wir uns auch das gleiche Hostel ausgesucht.

2017-01-03, Filbo Indien,Mumbai, DSCN3568