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⚙️ Blog 374 – Leben und Arbeiten im Krankenhaus von Matany/ Living and Working at Matany Hospital


Technik trifft Verantwortung – Erfahrungen zwischen Stromausfällen, Teamgeist und Menschlichkeit./ Technology meets responsibility – lessons from outages, teamwork, and humanity.


Die Fahrt nach Matany/The Journey to Matany

Am frühen Morgen brachen wir endlich auf Richtung Matany.
Unser Fahrzeug war ein Krankenwagen, voll beladen mit Werkzeug, Material und Einkäufen fürs Krankenhaus.
Hinten saßen Wolle und ich auf einer kleinen Bank – umgeben von Gepäck, Kabelrollen und Kartons.

Early in the morning, we finally set off for Matany.
Our vehicle was an ambulance packed with tools, materials, and hospital supplies.
In the back, Wolle and I sat on a small bench surrounded by boxes, cables, and bags.

Nach den endlosen Staus in Kampala nahmen wir endlich Fahrt auf.
Unterwegs überquerten wir den Nil und hielten in einem kleinen Straßenrestaurant, wo wir das beliebte ugandische Gericht Rolex probierten.
Das Wort „Rolex“ ist eine Kombination aus Roll und Egg – also „gerolltes Ei“.
Es besteht aus einem frisch gebackenen Chapati, das mit Ei und etwas Gemüse gefüllt und zusammengerollt wird – ein einfaches, günstiges und unglaublich leckeres Gericht.

After endless traffic jams in Kampala, we finally gained some speed.
Along the way, we crossed the Nile River and stopped at a small roadside restaurant where we tried Uganda’s popular dish Rolex.
The name comes from Roll and Egg – a “rolled egg.”
It’s made from a freshly baked chapati filled with egg and a bit of vegetables – simple, affordable, and incredibly tasty.

Je weiter wir fuhren, desto trockener wurde die Landschaft.
Die grüne Vegetation wich einer weiten Savanne – staubig, heiß, karg.
Hier leben viele Menschen als Hirten, oft mit ihren Rindern unterwegs.
Einige waren bewaffnet – ein Hinweis auf die Spannungen, die Armut und Viehdiebstahl die das Leben hier beeinflusst.

The farther we drove, the drier the landscape became.
Lush vegetation gave way to vast, dusty savannah.
Many people here live as herders, moving with their cattle.
Some carried weapons – a reminder of the tensions, poverty, and cattle theft that shape life in this region.


🏥 Ein Mikrokosmos namens St. Kizito Hospital/A Microcosm Called St. Kizito Hospital

Am Nachmittag erreichten wir unser Ziel.
Das St. Kizito Hospital liegt auf einem riesigen Gelände und gleicht einer kleinen Stadt.
Hier gibt es eine Pflegeschule, Kindergarten, Geburtsstation, Werkstätten, eigene Wasserversorgung, Küchen, Gartenanlagen, eine kleine Ziegenfarm, eine derzeit ungenutzte Landepiste, Wohnhäuser, eine Kirche, eine Trafo-Station und sogar einen Friedhof.

By afternoon, we finally arrived.
The St. Kizito Hospital sits on a vast compound, almost like a small town.
It has a nursing school, kindergarten, maternity ward, workshops, its own water system, kitchens, gardens, a small goat farm, a currently unused airstrip, staff housing, a church, a transformer station, and even a cemetery.

Wir wurden im internen Gästehaus untergebracht, wo meist ausländische Freiwillige wohnen.
Jeder von uns hatte ein eigenes Zimmer mit Bad, fließendem Wasser und – dank Solaranlage – unterbrechungsfreier Stromversorgung.
Ein echter Luxus in dieser Region.

We stayed in the guesthouse, where most international volunteers live.
Each of us had a private room with running water and – thanks to solar power – uninterrupted electricity.
A real luxury in this region.

Hier trafen wir Bruder Gunther, den deutschen Ordensmann und Leiter des Krankenhauses, sowie Bruno, den Leiter des technischen Departments.
Nach einer kurzen Führung über das Gelände war uns klar: Hier läuft nichts von selbst – jede Leitung, jede Pumpe, jede Maschine muss am Laufen gehalten werden.

Here we met Brother Gunther, the German monk who heads the hospital, and Bruno, the head of the technical department.
After a short tour, it was clear that nothing here runs automatically – every pipe, pump, and machine must be kept running by hand.


Der erste Notfall – Stromausfall in der Sauerstoffanlage/The First Emergency – Power Failure in the Oxygen System

Kaum hatten wir uns nach einem langen Anreisetag schlafengelegt, kam ein Anruf:
Die Sauerstoffanlage funktionierte nicht.
Gemeinsam mit Wolle und dem Biotechnikingenieur eilten ich zur Station – direkt neben der Geburtsstation, wo gerade der Geräuschskulisse nach zu urteilen eine Frau in den Wehen lag.

Hardly had we unpacked when a call came in:
The oxygen system had failed.
Together with Wolle and the biomedical engineer, we rushed to the unit – right next to the maternity ward, where a woman was clearly in labour.

Nach kurzer Fehlersuche fanden wir die Ursache: eine Phasenvertauschung in der Stromversorgung.
Der Energieversorger hatte offenbar ohne Vorwarnung einen Transformator getauscht – und dabei die Phasen vertauscht.
Dadurch liefen alle großen Elektromotoren rückwärts – mit potenziell fatalen Folgen.
Zum Glück verfügte die Sauerstoffanlage über eine eigene Phasenüberwachung, die den Schaden verhinderte.
Wir korrigierten den Anschluss, und bald lief die Anlage wieder.
Der Sauerstoff floss – was für eine Erleichterung.

After a short inspection, we found the cause: a phase reversal in the power supply.
The electricity provider had apparently replaced a transformer without warning – and swapped the phases.
This meant all large electric motors were suddenly running in reverse – potentially disastrous.
Luckily, the oxygen system had a built-in phase monitor that prevented serious damage.
We corrected the wiring, and soon the system was running again.
Oxygen was flowing – what a relief.

Ein eindrucksvoller Moment – was für ein heikler nächtlicher Einsatz.
Als ich mich wieder hinlegte, konnte ich lange nicht einschlafen.
Ich fragte mich, was passiert wäre, wenn diese komplexe und teure, für die Patienten lebenswichtige Anlage wirklich kaputtgegangen wäre – ohne Aussicht auf schnellen Ersatz.
Der Gedanke ließ mich nicht los, doch schließlich übermannte mich dann doch der Schlaf.


What a delicate night-time operation.
As I lay back down, I couldn’t fall asleep for a long time.
I kept thinking about what might have happened if this complex and costly system, so vital for the patients’ survival, had truly broken down — with no chance of quick repair.
The thought lingered for a while, until eventually, sleep finally overtook me
.


🧰 Alltag im technischen Department/Everyday Life in the Technical Department

Am nächsten Morgen begann unser erster offizieller Arbeitstag.
Zunächst wurde gemeinsam gebetet, dann hielt Bruno eine kurze Ansprache und stellte uns dem gesamte Team vor. Am meisten werden wir mit
Julius (Chef-Elektriker), Matthew und Pascal (Elektriker), Daniel (IT-Spezialist) und Gunther Junior, der Bioingenieur zusammenarbeiten.

The next morning marked our first official workday.
We began with a short prayer, then Bruno gave a speech and introduced us to the team:
Julius (head electrician), Matthew, Pascal, Daniel (IT specialist), and Guenther Junior, the biomedical engineer.

Nach dem Kennenlernen überreichten wir kleine Gastgeschenke und das mitgebrachte Werkzeug – darunter ein neues Messgerät für Installationsprüfungen.
Dann begannen wir mit der Überprüfung der Trafostation, um den Fehler vom Vortag endgültig zu beheben.

After introductions, we handed out small gifts and the tools we had brought – including a new installation testing device.
Then we checked the transformer station to permanently fix the issue from the night before.

In den folgenden Tagen lernten wir die gesamte technische Infrastruktur kennen: Generatoren, Wasserpumpen, Beleuchtung, Solarsteuerung – alles Systeme, die täglich ausfallen könnten.
Von fünf Generatoren waren meist meist nur ein bis zwei funktionsfähig.

Over the next days, we explored the hospital’s entire technical infrastructure: generators, water pumps, lighting, solar systems – everything that could fail on any given day.
Of five generators, usually only one or two were working.

Die Wasserversorgung stand ebenfalls unter Druck.
Drei Brunnen versorgen das Krankenhaus, doch in der Trockenzeit sank der Grundwasserspiegel stark.
Selbst bei 24-Stunden-Betrieb der Pumpen füllte sich der Hochbehälter kaum.

The water supply was also under stress.
Three wells supply the hospital, but in the dry season the groundwater level drops drastically.
Even running the pumps 24 hours a day barely kept the main tank filled.

Gerade die Geburtsstation braucht Unmengen an Wasser.
Ohne Wasser oder Strom steht alles still – ein Gedanke, der einem den Atem nimmt.

The maternity ward, in particular, consumes vast amounts of water.
Without power or water, everything stops – a thought that takes your breath away.


👷 Teamarbeit und Respekt/Teamwork and Respect

Ich bin meinen ugandischen Kolleginnen und Kollegen unendlich dankbar.
Vom ersten Tag an nahmen sie uns offen auf, erklärten geduldig und ließen uns aktiv mitarbeiten.

I am deeply grateful to my Ugandan colleagues.
From day one, they welcomed us openly, patiently explained things, and encouraged us to take part actively.

Während Wolle ein Konzept zur Verbesserung der Elektroinstallation entwarf, erklärte ich den Elektrikern den Umgang mit dem neuen VDE0100 E-CheckMessgerät.
Wir testeten mehrere Gebäudebereiche und fanden heraus, wo akuter Handlungsbedarf besteht.

While Wolle worked on a concept to improve the electrical layout, I showed the electricians how to use the new testing device.
Together we checked several buildings and identified areas needing urgent attention.

Besonders fordernd war die Installation einer neuen Intensivstation für Säuglinge.
Wir zogen Kabel durch Dachböden – bei brütender Hitze.
Als ich schweißgebadet wieder herunterkam, staunte das Team:
„Ein Musungu(Weiße Menschen werden hier so genannt), der so arbeitet!“ – seitdem hatte ich spürbar mehr Respekt vom gesamten Team.

One of the toughest jobs was installing a new neonatal intensive care unit.
We pulled cables through attics under blazing heat.
When I came down drenched in sweat, the team laughed: “A Musungu(white man) who works like that!” – from now on I had finally the full respect of the team.


❤️ Arbeiten, um zu überleben/Working to Survive

Das Leben hier ist hart.
Ein Elektriker verdient umgerechnet etwa 75 Euro im Monat – bei einer Sechs-Tage-Woche.
Um über die Runden zu kommen, arbeiten viele an freien Nachmittagen oder sogar Sonntags privat weiter.

Life here is tough.
An electrician earns about 75 euros per month – working six days a week.
To make ends meet, many take on private jobs on weekends or evenings.

Trotzdem spürt man Stolz und Zusammenhalt.
Viele arbeiten nicht nur für den Lohn, sondern dem anschein nach auch weil sie wissen, dass ihre Arbeit Leben rettet.

Yet there’s a strong sense of pride and solidarity.
Many don’t just work for money – they work because they know their effort saves lives.


🕊️ Verantwortung und Demut/Responsibility and Humility

Für mich war diese Zeit in Matany eine sehr intensive und lehrreiche Zeit.
Ich lernte, dass technische Arbeit hier mehr bedeutet als nur reine Funktion – sie ist Teil eines Systems, das über Gesundheit, Sicherheit und Würde entscheidet.

For me, the time in Matany was a profound life lesson.
I learned that technical work here means more than function – it’s part of a system that safeguards health, safety, and dignity.

Ich bewundere meine Kolleginnen und Kollegen, die trotz widrigster Umstände nie die Ruhe verlieren.
Sie handeln lösungsorientiert, helfen sich gegenseitig und beweisen, dass echter Fortschritt nur mit Zusammenarbeit entsteht.

I deeply admire my colleagues, who remain calm even in the toughest circumstances.
They think ahead, find creative solutions, and support each other – proving that real progress comes only through cooperation.


➡️ Im nächsten Teil:
„Armut, Krankheit und Hoffnung – die andere Seite des Alltags in Matany“

Next up:
“Poverty, Illness, and Hope – The Other Side of Everyday Life in Matany.”


Blog 365– Zurück im alten Leben: Heimkehr nach der Weltreise/Blog 365 – Back to the Old Life: Returning Home After the World Trip

Vor fast sechs Jahren bin ich von meiner großen Fahrrad-Weltreise zurückgekehrt – und habe seitdem keinen neuen Blogeintrag geschrieben. Eine lange Zeit, in der ich ein wenig von der Bildfläche verschwunden bin. Doch stehen geblieben ist die Zeit keineswegs – im Gegenteil: Es ist unglaublich viel passiert.
In dieser neuen Blogreihe möchte ich euch mitnehmen auf meine Reise nach der Reise:
über das Wieder-Ankommen, das Leben zuhause, und darüber, wie ich versuche, den Sinn meiner Erlebnisse weiterzutragen und in meinen Alltag zu integrieren.

Almost six years have passed since I returned from my big bicycle world tour – and I haven’t written a single new blog entry since then.
A long time in which I seemed to have disappeared from view a bit. But time hasn’t stood still – quite the opposite: a lot has happened.

In this new blog series, I want to take you along on my journey after the journey – about coming home again, life after travel, and how I try to carry the meaning of my adventures into everyday life.

🏠 Das Wieder-Ankommen/coming home


Erfahrene Reisende haben mich gewarnt:/Experienced travelers once warned me:

„Das Heimkommen dauert mindestens so lange wie die Reise selbst.“/“Coming home takes at least as long as the journey itself.”

Und ja – das stimmt.
Es ist deutlich schwieriger, zuhause wieder wirklich anzukommen, als loszufahren.

And yes – they were right.
It’s much harder to truly arrive back home than to set off.

Dabei hatte ich eigentlich perfekte Voraussetzungen: Schon während der Reise kümmerte ich mich um eine Arbeitsstelle. Mein Erspartes – rund 24.000 Euro – ging langsam zur Neige, also musste ich mich um eine neue Einkommensquelle kümmern. Nach nur einem Anruf bei meinem alten Chef hatte ich eine Zusage – und beschloss, erst im Februar 2020 wieder zu arbeiten. So blieben mir Dezember und Januar, um in Ruhe anzukommen.

Actually, my circumstances were ideal: While still on the road, I had already arranged a job back in Germany. My savings – about €24 000 – were slowly running out, so I needed to start earning again. After a single phone call with my former boss, I already had a job offer. I decided to start work in February 2020, giving myself December and January to settle back in calmly

In Nicaragua hatte ich Maury kennengelernt. Sie arbeitete als Lehrerin – und kam in ihren Weihnachtsferien zum ersten Mal nach Deutschland. Es war ihre erste interkontinentale Reise, und für uns beide ein ganz besonderes Erlebnis: Wir feierten Weihnachten und Neujahr gemeinsam, besuchten Berlin – und nach ein paar Wochen musste sie schweren Herzens zurück nach Nicaragua.

In Nicaragua, I had met Maury, a teacher. She visited me in Germany during her Christmas holidays – her first intercontinental trip and an unforgettable experience for both of us. We celebrated Christmas and New Year’s together, visited Berlin, and after a few weeks she had to return home.


🧰 Zurück in den Alltag/Back to Routine

Die ersten Wochen zuhause waren schön. Endlich wieder Familie und Freunde sehen!
Im Februar begann ich wieder als Elektriker zu arbeiten – doch schnell stellte sich Alltag ein. Ich merkte: Eigentlich hat sich gar nicht so viel verändert. Man fängt dort an, wo man aufgehört hat.

The first weeks at home were lovely – seeing family and friends again felt great.
In February, I returned to work as an electrician, and soon everyday life returned. I realized: not much had really changed.

War man vorher glücklich, ist man es auch jetzt wieder – hatte man vorher Probleme, sind sie wieder da. Ich bin froh, dass meine Reise keine Flucht vor Problemen war. Sonst wäre das Wieder-Ankommen vermutlich eine harte Zeit geworden.

You simply pick up where you left off. If you were happy before, you’re happy again. If you had problems before, they’re back too.
I’m grateful that my trip wasn’t an escape from problems – otherwise, returning might have been much harder.

Und doch fiel mir der Übergang schwer. Corona kam – und plötzlich war an Reisen nicht mehr zu denken.
Nach vier Jahren völliger Freiheit fühlte ich mich auf einmal eingeklemmt zwischen Arbeit und Ausgangssperre.

Still, it wasn’t easy. When COVID-19 hit, travel suddenly became impossible.
After four years of complete freedom, I now felt trapped between work and lockdowns.

Mein Erspartes war aufgebraucht, die Rechnungen kamen – und ich hatte das Gefühl, von heute auf morgen wieder funktionieren zu müssen. Gleichzeitig wusste ich, dass ich Glück hatte: Ich konnte arbeiten, war nicht von Kurzarbeit betroffen und durfte sogar weiterhin auf Montage – oft auch nach Luxemburg. Das gab mir ein kleines Stück Freiheit zurück, das ich sehr genoss.

My savings were gone, the bills kept coming, and I felt I had to perform again overnight. At the same time, I was lucky – I could keep working, wasn’t laid off, and even got to travel for work across Germany and to Luxembourg. That little sense of freedom meant a lot.


👨‍👩‍👦 Familie, Halt und neue Perspektiven/Family Support and New Perspectives

Das Leben bei meinen Eltern half mir, wieder Fuß zu fassen.
Die Unterstützung meiner Familie war in dieser Zeit Gold wert.
Doch innerlich spürte ich eine Unruhe – das Bedürfnis, meiner Reise und den Erlebnissen einen Sinn zu geben.

Living with my parents again made it much easier to get back on my feet.
Their support was invaluable.
But inside, I still felt restless – the urge to give my journey meaning, to connect the lessons of the road with my daily life.

Wie verarbeitet man vier Jahre intensives Leben auf einem Fahrrad?
Wie integriert man die Freiheit, das Vertrauen, die Begegnungen, in ein sesshaftes Leben?
Darüber möchte ich in den nächsten Beiträgen schreiben – und euch zeigen, wie es weiterging:
mit Maury, mit meiner Arbeit, und mit unserer gemeinsamen Geschichte.

How do you process four years of intense life on a bicycle?
How do you bring that sense of freedom and trust back into a settled routine?

That’s what I want to explore in the next chapters – to share how life continued:
with Maury, with work, and with our shared story.

Windige Zeiten… im Zeichen von Corona / Windy Times … in the Name of Corona

05.04.2020 – Prüm

Auf den Tag genau heute vor 4 Jahren, habe ich mich auf den Sattel geschwungen und mich auf meine weite Reise rund um die Welt gewagt.

Exactly four years ago to this day, I leapt on my bicycle and started on my long journey around the world.

Doch irgendwie ist es verrückt, gerade einmal bin ich einige Monate von meiner Weltumrundung wieder zu Hause, da scheint die Corona Pandemie die ganze Welt aus der Bahn zu werfen. An Reisen ist jetzt gar nicht mehr zu denken.

Somehow it seems crazy, I’ve only been back home from my world trip for a few months now, that the Corona pandemic seems to throw the whole world off course. No traveling any more, don’t even think of it!

2020-03-22, Filbo, Do.P1030090

Wieder einmal habe ich mit dem Zeitpunkt meiner Heimreise großes Glück gehabt, wie so oft auf meiner Reise./ I was very lucky, indeed, to return home when I did, as I had been so often during my time of traveling.

Jetzt unterwegs zu sein, wäre nicht möglich. Die meisten Grenzen sind geschlossenen.

 It wouldn’t be possible to go anywhere at all now. Most borders are locked down.

2018-10-13,Filbo Peru, Lima,IMG_2624

Reisen wie Paddington Bär- hier in Peru – nicht mehr machbar / Traveling like Paddington bear – in Peru – not doable at present

Es wäre schlicht unverantwortlich in der jetzigen Zeit von Ort zu Ort zu ziehen. Zu groß erscheint die Gefahr den Virus weiter zu verbreiten.

It would be an act of irresponsibility to travel around in these times. Too great the risk of spreading the virus.

2019-01-21, Filbo Kolumbien, Covenas,085517_IMG_3507

Einladung zum Übernachten wie hier in Panama leider zur Zeit nicht möglich / It woudn’t be possible to be invited now like in Panama at the time

2018-11-03, ecuador latacunga,do.p1130332

Feste wie hier in Ecuador , erscheinen momentan undenkbar / No celebrations now in Ecuador

Vor vier Jahren, als ich ins Unbekannte, zu meiner Reise aufgebrochen bin um die Welt zu erradeln, da war noch keine Rede von, wegen einer Pandemie, geschlossenen Grenzen und Abstand halten von einander.

Four years ago when I started my trip into the unknown in order to ride round the world, there was no such thing as locked borders because of a pandemic nor keeping a certain distance to others.

Jetzt aber nur 4 Jahre später scheint die ganze Welt auf den Kopf zu stehen. In allen Ländern die ich besuchte herrscht jetzt eine Krisenstimmung und der Alltag wird von der Furcht vor Corona bestimmt.

Now, only four years later, the whole world seems to be turned upside down. There is a sense of crisis everywhere, in every single country which I visited, and everyday life is defined by the fear of Corona.

2017-08-06, Filbo Australien, Darwin,20170806_203833

Angst vor Corona, anstelle vor Krokodilen / Fear of Corona instead of crocodiles

Mit einigen der unterwegs getroffen Menschen stehe ich weiterhin in Kontakt und erfahre so, dass auch in der Schweiz, Australien, Indien und Nicaragua das Selbstisolieren langsam zur Tugend wird. Toilettenpapier ist momentan wegen den Hamsterkäufen nicht nur in Deutschland sondern auch in Australien nur schwer erhältlich. ?

I’m staying in contact with some of the people I met on my trip, and so I learned that in Switzerland, Australia, India and Nicaragua people need to stay home in self-isolation. This seems to become a kind of virtue. It is not easy to obtain toilet paper due to panic buying, not only in Germany but also in Australia… Why???

2017-12-13, Filbo Australien, Darwin,20171214_153648

Die Welt und die Menschen müssen jetzt aber noch mehr denn je grenzüberschreitend  zusammen stehen und sich gegenseitig unterstützen wo es nur geht. Diese Pandemie ist global und lässt sich nur mit gemeinsamen Kräften überwinden.

The people of the world have to stand together across borders now and help each other wherever it is possible. This is a global pandemic and it will only be overcome if we all stand together in mutual strength.

Diese ganze Situation zeigt mir aber auch und hält mir vor Augen, dass man seinen Traum leben soll, sobald sich die Möglichkeit ergibt und nicht auf später warten. Später kann dann nämlich auch zu spät sein.

This entire situation shows me that you must live your dream as soon as possible and not wait for later on. Later can always be too late.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen gute Gesundheit helft euch gegenseitig und passt auf euch auf.

With this in mind I wish you all good health, help each other and take care!

2017-07-19,Kakadu,Yellow Water, Do.P1080961

 

Einmal um die ganze Welt: Na, wie war’s? / Once around the whole world – So, what was it like?

Ein bis höchstens zwei Jahre wollte ich unterwegs sein und die andere Seite der Welt erreichen. Eigentlich war Australien mein ehrgeiziges Ziel.

I planned to go on my cycle tour for one year, two years at the most, wanting to get to know the other side of the world. Ultimately, my most ambitious goal was Australia.

2018-01-26, Filbo, Do.P1100990

Doch Pläne ändern sich!

/ Plans do change, don’t they?

2016-04-30, Schweiz, Chateaux Deux,Do, P1050126

Am Ende wurden es ganze 44 Monate und eine komplette Weltumrundung!

In the end, I did 44 months and a full round-the-world trip.

Wohlbehalten und gesund kam ich im Dezember 2019 im Alter von 26 Jahren, wieder Zuhause in Prüm (Eifel/Deutschland) an.

I got back home safe and sound in December 2019, aged 26, back to Pruem in the Eifel, Germany.

2019-12-04,Prüm Filbo Rückkunft,Do.P1010583

Jeder Tag meiner jahrelangen Radreise war anders und es wurde mir nie langweilig. Auch einsam fühlte ich mich nur selten.

Every single day of my cycle travel tour was unique and I never got bored. I hardly ever felt lonely, either.

Mal war ich auf mich alleine gestellt bei einer Wüstendurchquerung …

I was in fact on my own when crossing a desert,

2018-08-26, Filbo Bolivien, Reg. Huari,181617_IMG_2293

….dann im feucht heißem Dschungel

… in the damp and hot jungle,

2018-12-13,Filbo Kolumbien, Uramba Malaga,151013_IMG_3267

…mitten im Schnee

… in the deep snow,

2018-08-02, Filbo Chile, Reg. Pajonales,124150_IMG_1829

…und plötzlich kam ich wieder einmal mitten in’s Hochgebirge.

… and all of a sudden I had to climb high mountains.

2018-10-02, Filbo Peru Reg. Hualhua144315_IMG_2525

Zwar bleibt es natürlich nicht aus, dass man einige persönliche Tiefs erlebt,

Of course, I had some tough times as well,

2016-08-12, Filbo Türkei, Amasya,P1050955

… aber ich konnte mich immer wieder aufraffen und weiterfahren.

… but I was always able to carry on and pull myself together.

2017-06-23, Filbo Indonesien,Reg. Silo,DSCN5945

Erstaunlich fand ich, wie gut mich die Menschen, in ausnahmslos allen Ländern aufgenommen haben.

Surprisingly, people in all these countries with no exception, accepted and integrated me.

Oft wurde mir geholfen und unzählige Male wurde ich spontan eingeladen.

They often helped me and I was invited by them on numerous occasions.

Ob steinreich oder bitterarm, unabhängig vom Glauben oder Kulturkreis, dass spielte dabei keine Rolle. Immer wieder war ich überrascht in welchen unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten die Leute leben.

No matter whether they were filthy rich or extremely poor, no matter what kind of religion or which cultural area they belonged to. Basically, they were all the same, just human beings.

2018-10-21, Filbo Ecuador, Reg. Huaquillas,161218_IMG_2663

Im Grunde sind aber doch alle gleich, wir sind einfach nur Menschen.

Basically, they were all the same, just human beings.

Ja, nach dieser Reise glaube ich, dass der überwiegende Teil der Menschheit gut ist!

Well, after this journey, I believe that the majority of the world’s population are good!

2019-05-06, Mexiko, Tulum, DoFi,IMG_4489

Verlier nicht den Stein, denn das Spiel wird großartig. /  Don’t lose the stone because the game will be awesome.

Unterwegs: Der ganz alltägliche Wahnsinn / On the road: The everyday madness

Reisealltag – Jeder Tag ein neues Abenteuer? / Demands of travel – A new adventure every day?

Im Prinzip ja, denn jeden Tag, jede Stunde kann etwas Unerwartetes passieren, also eigentlich Abenteuer pur. Aber nichts desto trotz schleicht sich nach einer Weile eine Art Alltag ein, auch wenn er ganz anders ist, als ein normaler Arbeitsalltag.

Well, actually, yes. Every day, every single hour something unexpected can happen. Actually, it’s pure adventure. But, nevertheless, after a while, there is bound to be some kind of daily routine, different than a normal working day, though.

Wie sieht ein typischer Radreisetag bei mir aus? / What do I call a typical biking day?

Na klar, bei warmen Rückenwind ging es jeden Morgen los. Mittags kehrte ich zu Häppchen in einem feinen Restaurant ein und abends bezog ich das -von meinen Trägern- eingerichtete Lager…..

Sure, the warm tailwind in my back, I started every morning. I had always had lunch at a posh restaurant, eating delicious little snacks, at night returning to my camp which my sherpas had put up for me …

Nein Spaß beiseite, so war es natürlich nicht! / No, just joking – it wasn’t like that at all!

Ich war stets auf mich alleine gestellt. / I was always alone and had to cope.

Da ich so günstig wie möglich reiste, zeltete ich meist irgendwo wild, oder ich fragte bei Tempeln, Moscheen, Klöstern Landwirten etc. ob ich mein Lager aufschlagen kann.

I wanted to travel as cheaply as possible, so I took to wild camping or I asked at temples, mosques, monasteries, farmers etc., if they would allow me to camp on their premises.

2019-11-20, Filbo France,Reg. Puiselet M. Hdy083518

Meist war ich soweit im Hinterland unterwegs, dass es dort keine Touristen, geschweige denn Unterkünfte gab.

I often found myself in the outback of a country, so there were no tourists, let alone any accommodation.

Oft war mein Alltag entbehrungsreich und anstrengend. / My days were often full of privation and very strenuous.

Extreme Kälte und Hitze wechselten sich ab. Mein Fahrrad wog stets 50 Kilo und mehr. Auch machte mir oft das Wetter, wie starker Wind, mein Leben ganz schön schwer. Extreme Kälte und Hitze wechselten sich ab.

I experienced extreme cold and heat taking turns. My bike was never less than 50 kilos, rather more than that. The weather often made my life miserable, strong winds, great heat, alternating with freezing cold.

Abgesehen vom Fahrradfahren war ich fast ausschließlich damit beschäftigt, meine Grundbedürfnisse abzudecken.

Nearly all my life consisted of covering my basic needs apart from the cycling.

Dass heißt, stets ausreichend Essen und Trinken aufzutreiben und ein sicheres Nachtlager zu finden. / Which meant to get hold of enough food and drink every day and to find a safe place to sleep.

Aber natürlich habe ich -das Unterwegs sein- auch sehr genossen! / But of course, I really enjoyed being on the road, too!

 

Der Plan: Soll ich? Soll ich nicht? Ich will!!! / My Plan: Should I go ahead with it? Wouldn’t it be wiser to stop it? I do want to go ahead!

Einen Traum zu haben ist gut und schön, aber wie kann man diesen Traum erreichen? / Nice thing to have a dream, but how to achieve it?

Fragen über Fragen… / Questions over questions …

Viele Reiseerfahrungen hatte ich vorher noch nicht. Europa hatte ich noch nie verlassen und so eine Reise kostet ja auch eine Menge. Doch wenn ich schon eine Reise plane dann wollte ich so viele Kulturen, Landschaften und unterschiedliche Menschen wie möglich kennenlernen.

I hadn’t been on the road very much yet. I had never left Europe before and a journey like that is expensive, too. But when planning to go on a trip like that I definitely wanted to meet as many cultures, landscapes and different people as possible.

Was tun? / What was I to do?

Ich hörte vom Radreisen. Zunächst fand ich diese Idee verrückt. Sie sprengte einfach meine Vorstellungskraft. Alleine mit einem vollgepackten Fahrrad, ohne gute Sprachkenntnisse, weit weg durch exotische Länder zu fahren. Das klang für mich zunächst unmöglich. Aber umso länger ich darüber nachdachte, um so besser gefiel mir dieser Gedanke.

I learnt about cycle tours. First I thought this idea was crazy. I couldn’t even imagine to go on my own, my bycicle fully loaded, no real knowledge of languages, crossing exotic countries on my way. First I thought it would be impossible. But the more I thought about it the better I liked this idea.

Was sprach dafür? / Pros

Fahrradfahren mag ich gerne. Ich hatte sogar schon einige Mehrtagestouren unternommen. Auch ist so eine Radreise deutlich günstiger, als das klassische Reisen. Aber der für mich überzeugendste Punkt war, dass man mit dem Fahrrad langsam reist und im direkten Kontakt mit seiner Umwelt und den Menschen steht. Wie sonst kann man so etwas erleben.

I like cycling. I had gone through a few multiple days‘ tours before. And, above all, it is much cheaper to go by bike than to travel the classic way. The most impressing point was this one: going by bike is slow and you get into contact with your environment and the people. How else would you ever be able to experience a thing like that?

Ich wollte unbedingt. Mein Entschluss war gefasst! / I was really keen on doing it. I had made my decision.

Doch wohin sollte mich meine Reise führen? / But – where to should I go?

Als ambitioniertes Ziel wählte ich die andere Seite der Welt: Australien. Das erschien mir weit genug weg, um unterwegs zahlreiche Abenteuer zu erleben.

My most ambitious goal was the opposite side of the world: Australia. This seemed to be far away enough so I could experience numerous adventures on my way there.

Von nun an unternahm ich alles, um meine Pläne auch in die Tat umsetzen. / From that day on I did everything to make my plans work.

Ich informierte mich über die unterschiedlichen Länder, denkbare Hindernisse und erarbeitete eine mögliche Route. / I got informed about the different countries, possible obstacles and I worked on a kind of route which would be possible to go on.

Aber das Wichtigste war von nun an Geld zu sparen. Denn ich wollte die komplette Reise ganz ohne Sponsoren durchführen. / But the uppermost idea was saving money as from this moment. I wanted to do my complete journey without any sponsors‘ help.

Eine andere wichtige Vorbereitung war das Setzen eines festen Abreisetermins. Da ich dieses Datum direkt meiner Familie und Freunden mitteilte, hatte ich den nötigen Druck und konnte es nun nicht mehr auf den Sankt Nimmerleinstag verschieben. Mit nur 22 Jahren fuhr ich los.

As important as this was deciding on a deadline by which I would be able to start. I told all my family and friends about the date, so I really had to do it and I couldn’t possibly put my head in the sand. I started at the age of 22.

Doch seht selbst, auf dieser Webseite nehme ich euch mit auf meine Reise. Viel Spaß beim Stöbern. Ich hoffe es gefällt euch. Vielleicht bekommt ihr auch Lust auf so eine Reise oder es hilft euch eure Träume umzusetzen.

Look for yourself – On my website I want you to join me on this journey. Enjoy yourself checking it out. I hope you like it. Maybe it will help you to do a trip like mine as well or it can help you to make your dreams come true.

Eine lange Reise in Zahlen / A long journey in numbers

Germany 16.02.2020

Fakten zu meiner Reise / Facts to my journey

 

  • 5 =Durchquerte Kontinente: fünf / Number of crossed continents: five

2016-11-11,Filbo Iran,Region Abarkuh, DSCN3020

 

  • 1337 = Tage war ich unterwegs. Das sind 3 Jahre 7 Monate und 28 Tage                          / 1337 days I spent on the road. That is 3 years 7 months and 28 days

 

  • 42000 = Kilometer mit dem Fahrrad gefahrene / 4200 kilometers done on my by bicycle

 

  • 6 = Besuche aus der Heimat / six times I received visitors from friends and family

2019-04-10, Guatemala, Do.145003

 

 

2017-02-16,Filbo Indien,DSCN4053

  • 0 = Keine Überfälle / no muggings
  • 0 = Keine Unfälle / no accidents
  • 0 = Keine schweren Krankheiten / no serious sicknesses

 

 

 

 

  • 9.9km – 130km  = Von 9,9 Kilometern in den Anden bis 130 Kilometern im Outback, lagen meine Tageskilometer je Radfahrtag / from 9.9 km in the Andes to 130 km in the Outback I made every active cycle day

 

2017-05-29, Filbo Indonesien,Bandung,DSCN5471

 

Neuer Artikel in der Schülerzeitung/ New article in the school newspaper

Prüm – 18.12.2017

Hallo Freunde,   Hello friends,

es ist vor kurzem ein neuer, interessanter Artikel über meine Radreise in der Schülerzeitung meiner ehemaligen Schule, der Berufsbildenden Schule Prüm erschienen.

There has recently been published a new, interesting article about my cycling trip in the school newspaper of my former school, the Vocational School Prüm.

Diesen habe ich für euch eingescannt, damit auch ihr euch ihn mal durchlesen könnt:

I have scanned this for you, so that you can also read it through:

SchülerInnenzeitung der BBS Prüm, Winter 2017

Student newspaper of BBS Prüm, Winter 2017

 

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Ich habe es geschafft! Unglaublich / „I’ve made it! It’s unbelievable!“

12.07.2017 – Australien

Nun sitze ich vor einer Hütte im australischen Outback und begreife langsam, dass ich es tatsächlich geschafft habe. Mir fehlen die Worte.

I’m sitting here in the Australian Outback in front of a cottage and very, very slowly I begin to realise that I’ve really made it. Words fail me.

Es ist jetzt schon eine ganze Weile her, dass ich mit 6 Taschen und einem Fahrrad aufgemacht habe die Welt zu erkunden. Es war eine Reise ins Ungewisse. Vorher war ich noch nie ausserhalb Europas gewesen und war noch nie für längere Zeit auf mich alleine gestellt. Doch meine anfänglichen Sorgen verflogen schnell und ich bin nun in einer Art Reisealltag, der aber trotzdem jeden Tag zahlreiche Überraschungen beinhaltet.

It’s been quite a while since I set out to explore the world on my bike, taking only six bags along with me. It was a journey into the unknown. I hadn’t been outside Europe before and I had never been completely on my own for a longer period previously, either. My initial concerns vanished quickly and now my travel every-day routine is established, but still every day has some surprise in store for me.

Ich lerne die unterschiedlichsten Menschen kennen, mit ihren völlig verschiedenen Lebensarten. Vom Partygänger bis zu ultra religiösen Menschen; vom Obdachlosen bis zum Großgrundbesitzer oder vom Freiheitskämpfer bis zum Spezialpolizisten, waren alle schon dabei. Ich habe Wüsten ebenso durchquert wie Regenwälder oder Gebirge, bis hin zu Inseln. Ich bin durch Milionenstädte, aber auch durch einsame Gebiete, geradelt. Jetzt nach 15 Monaten und unglaublichen selbstgeradelten 24.000 km (!) bin ich in Australien angekommen. Ich kann es selbst noch nicht so ganz glauben.

I meet most different types of people, who lead different ways of life and lifestyles.I’ve met them all: from the party animal to the ultra-religious guy, from the homeless man to the big landowner, from the freedom fighter to the special policeman. I traveled through deserts as well as rain forests or mountain regions, even islands. I cycled through megacities as well as across deserted land. Now, 15 months later and unbelievable 24,000 kilometers of cycling done all by myself, I have finally arrived in Australia. I still can’t believe it!

Hier ist meine Reise aber noch nicht zu Ende. Denn ich habe das „work and travel“ Visa beantragt um meine Reisekasse wieder aufzupeppen um weitere Abenteuer in diesem riesigen und spannenden Kontinent zu erleben. Natürlich werde euch davon weiter berichten.

My journey hasn’t come to an end yet. After all, I applied for my „work and travel visa“ in order to pep up my travel funds and because I want to experience many more exciting adventures on this enormous and fascinating continent. I will continue to report back to you, I definitely will!

Freut euch aber zuerst auf die noch ausstehenden Erzählungen. Zum Beispiel über meine außergewöhnlichen Erlebnisse im exotischen und oft nahezu unentdeckten Myanmar. Oder zu Thailand, in dem ich bis tief in den als „gefährlich“ geltenden Süden unterwegs war. Oder auf meine Erfahrungen mit dem Ramadan in dem Radsport begeisterten Indonesien. Auch wie ich meine Pech und Pannenserie überstanden habe, werde ich euch berichten….

You may look forward to some of my stories still outstanding. I’ll tell you about my extraordinary experiences in the exotic and almost undiscovered Myanmar. Or about the Kingdom of Thailand where I traveled all the way into the deep South which is supposed to be most dangerous. Or about my experience during Ramadan in Indonesia, the land of cycling enthusiasts. I will also tell you how I mastered my series of breakdowns and misfortunes …

Liebe Grüße von eurem überglücklichen Radfahrer /Kind regards from your more than happy

Filbo 😊

PS: Über eure Unterstützung und eure Kommentare habe ich mich immer gefreut und bin gespannt auf weitere.👍 /P. S. I have always been very happy about your support and your comments and I’m looking forward to receiving further ones.

Nachtrag: Kuala Lumpur Reiseblog von Travis McCurdy

30.04.2017

Bericht von meinem Freund Travis, ein Amerikaner, den ich in einem Hostel in Kuala Lumpur getroffen habe. 28.04.2017

https://realtraveltrav.blogspot.com.au/2017/10/the-goat-slaughter-turning-40-in-kuala.html?spref=fb

The goat slaughter, turning 40 in Kuala Lumpor.

In one quick slice the goats head tumbled to the floor with a spray of blood, and a thump.  Its body hit the ground with death still dancing its macabre jig through nerve and muscle tissue.  I watched as one of the Hindu priest’s helpers picked up the head and carried it to the idol of Shiva placing it in offering.
I looked at the corner my companion and I had left our shoes, it now had a red river of blood spilling towards it.  I looked at the second goat being bought forth. I looked at my wide eyed companion Filbo.

Der Kopf der Ziege fiel mit nur einem schnellen Hieb zu Boden, das Blut spritzte nur so und es gab einen Aufprall. Als der Körper den Boden berührte, zuckte er noch im Tode und die Nerven und Fasern führten einen makaberen Tanz auf. Ich sah zu, wie einige der Helfer der Hindupriester den Kopf aufhoben und ihn zu der Statue von Shiva trugen, wo sie ihn als Opfergabe ablegten.

Ein roter Fluss strömte nun auf unsere Schuhe zu, die mein Begleiter und ich in einer Ecke abgelegt hatten. Ich sah, wie die zweite Ziege nach vorne gebracht wurde. Ich schaute meinen Begleiter Filbo an, der mit weit aufgerissenen Augen da saß.

I had just wanted a nice relaxing night back at the hostel to recover from my birthday party/pub crawl the night before.  Instead Filbo talked me into going out exploring with him.  So here I was watching three goats lose their heads in a hurricane of music, dance and free pasta. I had only met him the night before, but all of this was Filbo’s fault.
Ich hatte eigentlich eine ruhige, entspannende Nacht im Hostel verbringen wollen, um mich von meiner Geburtstagsparty bzw. Kneipentour zu erholen, die am Abend vorher stattgefunden hatte. Stattdessen überredete Filbo mich, mit ihm die Gegend zu erkunden. Also saß ich da und musste zusehen, wie drei Ziegen ihre Köpfe in einem Orkan aus Musik, Tanz und kostenloser Pasta verloren. An allem war nur Filbo schuld, den ich erst am Abend vorher getroffen hatte.
I had arrived in Kuala Lumpur or KL for short in the afternoon of April 26th.  I took a cab to my intended hostel  KL dorms 2.  It was a relatively new hostel that had been getting good reviews on  hostelworld.com my go to for finding good hostels.  Upon check in I discovered they sponsored a pub crawl a couple nights a week the next one was on Thursday April 27th, my fortieth birthday.  Right away I knew I was going!

 

Ich war in Kuala Lumpur (kurz: KL) am Nachmittag des 26. April angekommen. Ich nahm mir ein Taxi zu dem von mir ausgesuchten Hostel,dem KL Studentenwohnheim 2. Es war noch relativ neu und hatte gute Kritiken auf hostelworld.com bekommen, wo ich nach guten Hostels suche. Beim Einchecken erfuhr ich, dass sie mehrmals die Woche eine Kneipentour sponserten und die nächste fand am 27. April, meinem 40. Geburtstag, statt. Ich wusste sofort, dass ich teilnehmen würde!

Filbo is the blurry one with the beard

The one thing you have to know about Malaysia is that it is a predominately Muslim country, a mostly tolerant and secular country, but a Muslim country.  Devout Muslims do not drink alcohol, but KL being like any other major city in the world is packed full of bars and nightclubs however the alcohol is expensive by Malaysian standards, in fact cost wise its on par with most American cities outside of LA and NYC.  Which meant I was going over budget, but if there is one day to go over budget its your 40th birthday.

Man muss über Malaysia wissen, dass es ein überwiegend muslimisches Land ist, sehr tolerant und weltlich eingestellt, aber dennoch muslimisch. Gläubige Muslime trinken keinen Alkohol, aber KL ist – wie jede andere Großstadt auf der Welt – voller Bars und Nachtclubs. Alkohol ist allerdings für malaysische Verhältnisse teuer. Tatsächlich entspricht der Preis in etwa dem der meisten amerikanischen Städte, abgesehen von Los Angeles und New York City. Was bedeutete, dass ich mein Budget überschreiten würde, aber wann denn sonst, wenn nicht am 40. Geburtstag?

9pm was the appointed time, it came and went and the group of Englishmen, me and this quiet German guy were still waiting, finally a rather disgruntled hostel worker came out and led us down the road to another hostel were he dropped us into their care where we ended up waiting yet again.  That’s when the real conversation started and I was first introduced to Filbo Frensch.

Wir sollten um 21 Uhr starten, die Zeit verging, aber wir warteten immer noch, eine Gruppe Engländer, ich und dieser stille deutsche Typ. Schließlich kam ein brummiger Hostelmitarbeiter und führte uns die Straße runter zu einem anderen Hostel, wo er uns deren Obhut überließ. Und wir durften wieder warten. Da fingen wir an, uns intensiv zu unterhalten und ich lernte Filbo Frensch kennen.

A young 23 year old bearded (all the best guys have beards) bicyclist from Cologne, Filbo was on a far greater adventure than the one I had just started.  All ready on the road for 14 months Filbo had been riding his bicycle across Europe and Asia venturing through exciting countries like Iran and Myanmar.  He was making a pit stop in KL before heading on to Indonesia and eventually Australia.

Als ein junger Mann von 23, Bartträger, (alle guten Kerle haben Bärte) Radfahrer aus Köln, war Filbo Frensch zu einem weit größeren Abenteuer aufgebrochen als dem, mit dem ich gerade erst begonnen hatte. Schon seit 14 Monaten hatte Filbo auf seinem Fahrrad ganz Europa und Asien bereist, hatte sich getraut, aufregende Länder wie den Iran und Myanmar zu durchqueren. Er legte einen Boxenstopp in KL ein, ehe er sich nach Indonesien und dann nach Australien aufmachte.

Together we followed the crawl as it wound its drunken way through the neighborhood.  Sure there were other interesting people and the conversation flowed even more than the expensive alcohol.  But it seemed like we kept gravitating towards each other on that fun blurry night.  Which is probably why it was so easy for Filbo to talk me into going out with him the following night when all I really wanted to do was veg out in front of the hostel Netflix. (YES THEY HAVE NETFLIX!)

Wir folgten der Kneipentour, die ihre betrunkene Runde durch die Nachbarschaft machte. Natürlich gab es da auch noch andere interessante Leute und die Unterhaltung floss noch stärker als der teure Alkohol. Aber wir beide wurden irgendwie voneinander angezogen an diesem lustigen, verschwommenen Abend. Wahrscheinlich schaffte es Filbo deshalb so mühelos, mich zu dem Ausflug am nächsten Abend zu überreden, wo ich doch eigentlich nichts anderes wollte, als vor dem Hostel-Netflix rumzuhängen. (Ja, sie haben NETFLIX!)

We started just randomly walking one way looking for an interesting place to eat.  After a bit of wandering we started hearing this weird but interesting music, Filbo got on it like a bloodhound and wouldn’t let go until he found his fox.  He eventually located a partially hidden staircase and against my better judgement I followed him up the steps to the music up top.  What we came across was a religious festival, although interesting I wasn’t comfortable with crashing or offending anyone else’s communion with the gods.

Wir liefen ziellos herum und suchten nach einem interessanten Lokal um zu essen. Nacxhdem wir eine Weile rumgelaufen waren, hörten wir diese seltsame, aber trotzdem interessante Musik. Filbo fuhr voll darauf ab wie ein Bluthund, der erst aufhört, wenn er seinen Fuchs gefunden hat. Schließlich fand er eine teilweise versteckte Treppe und gegen besseres Wissen folgte ich ihm die Stufen hinauf, hoch zu der Musik.Was wir da sahen, war ein religiöses Fest und obwohl ich es interessant fand, fühlte ich mich nicht wirklich wohl in meiner Haut, in eine fremde religiöse Veranstaltung mit den Göttern hereinzuplatzen, bzw. Ärgernis zu erregen.

I was about to tell Filbo that maybe we should go, when we were invited in.  After removing our shoes the both of us were led over to a picnic table and given a big plate of pasta and a coffee.  To my eternal shame I can’t remember any names as I failed to write them down.  What I do remember is a discussion one member had with us about religion.

Ich wollte Filbo gerade vorschlagen, wieder zu gehen, als wir eingeladen wurden. Nachdem wir beide unsere Schuhe abgelegt hatten, wurden wir zu einem Campingtisch geführt und bekamen jeder einen großen Teller Pasta und Kaffee. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mir keinen einzigen Namen gemerkt habe. Ich kann nicht einen aufschreiben. Allerdings erinnere ich mich daran, dass einTeilnehmer mit uns über Religion sprach.

He said holding his hands out palms up „Muslims pray like this, and Christians pray like this“  crossing himself.  „Buddhist’s pray like this.“ Putting his palms together fingertips up.  „We pray like this.“ Interlocking his fingers.  „We all pray, we just pray differently, but we all pray.“

Er sagte und hob dabei seine Hände mit den Handflächen nach oben gerichtet: „So beten Muslime und Christen beten so“, indem er sich bekreuzigte. „Buddhisten beten so.“ Er legte die Hände aufrecht aneinander. „Wir beten so.“ Er verschränkte die Finger. „Wir alle beten, wir beten zwar unterschiedlich, aber wir alle beten.“

After our meal we were led back to the music, dance and goat slaughter.  The next two goats went the same as the first, except, (and I admit my eyes could have been deceiving me) after decapitation the last goat winked at me. Almost as if it was trying to say „Welcome to Malaysia, welcome to forty.“

Nach dem Mahl wurden wir zurück zur Musik, dem Tanz und dem Ziegenschlachten zurückgeführt. Die zwei nächsten Ziegen wurden behandelt wie die erste, außer (und ich gebe zu, dass meine Augen mich vielleicht getäuscht haben) dass sie mir zuzwinkerte, nachdem sie enthauptet worden war. Fast als wollte sie sagen „Willkommen in Malaysia, willkommen im 40.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

unter dem Bild steht: Filbo ist der Verschwommene mit dem Bart